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Grevenbroich
Kunst-Versteigerung bringt viel Geld für Amnesty

Grevenbroich: Kunst-Versteigerung bringt viel Geld für Amnesty
FOTO: Radiomoderator Bernd Hamer (r.) rief die 71 Kunstwerke nacheinander auf und bewies eine kräftige Stimme. Foto: Anja Tinter
Grevenbroich. Bei der Auktion in der Versandhalle kamen 71 Kunstwerke unter den Hammer. Etwa die Hälfte fand einen neuen Besitzer.

Bei einigen entwickelte sich ein Bietergefecht, bei anderen Kunstwerken wurde nicht einmal der Mindestpreis erreicht. Und trotzdem: Bei der Kunst-Versteigerung zugunsten der Hilfsorganisation Amnesty International kam jetzt viel Geld zusammen, mit dem traumatisierten Flüchtlingen geholfen werden soll. Organisator Roland Brozio aus Grevenbroich geht fest davon aus, dass zusammen mit dem Geld einer anderen Versteigerung in Neuss die magische Grenze von 10.000 Euro geknackt werden konnte. In Grevenbroich alleine sind etwa 1500 Euro zusammengekommen.

Der Versteigerung vorausgegangen war eine gut einwöchige Ausstellung in der Versandhalle, bei der Kunstinteressierte bereits die Möglichkeit hatten, die Objekte ihrer Begierde genauer zu betrachten. Überhaupt erst möglich gemacht hatte die Aktion mitsamt Versteigerung ein Kreis von 39 Künstlern aus der Region, die einige ihrer hochwertigen Werke für die zweckgebundene Versteigerung gestiftet hatten. Rund die Hälfte der 71 Kunstwerke fand nun tatsächlich einen neuen Besitzer; die übrigen sollen an die Künstler zurückgegeben werden.

Stark vertreten waren vor allem Aquarell- und Ölgemälde, aber auch Fotografien und Radierungen. Zu den exotischeren Exponaten dürfte sicherlich ein Buch mit Fotos gezählt haben, die das zeigen, was Menschen mit ihren Füßen betreten: von Gullydeckeln bis hin zu Stolpersteinen und dem "Walk of Fame" in Hollywood. Eine starke Stimme bewies bei der Versteigerung Radiomoderator Bernd Hamer, den die Organisatoren um Roland Brozio - er selbst ist für seine Ausstellungen bekannt - für die Veranstaltung in Grevenbroich gewinnen konnte. Hamer konnte auch Bärbel Thomsen den Zuschlag für die Tuschezeichnung "She" von Uwe Dessler geben. "Das Bild zeigt einen Frauenakt. Die Zeichnung ist mehr eine Grafik, sie ist nicht voll ausgezeichnet. Das gefällt mir", erzählt die Grevenbroicherin, die 60 Euro dafür gezahlt hat - den Preis, für den sie ursprünglich auch aufgerufen war. "Ich wäre bis 100 Euro gegangen, allerdings hat niemand mehr mitgeboten."

Ganz anders war das bei dem Werk, das Jessika Kuehn-Velten ersteigerte: Sie musste sich gegen drei andere Bieter durchsetzen und schließlich 120 Euro für ein Bild der Künstlerin Annu Koistinen zahlen, die aus Finnland stammt und heute in Rommerskirchen lebt. "Ich interessiere mich sehr für finnische Kunst", sagt Kuehn-Velten mit Blick auf den Frauenkörper, den Koistinen mit feinen Textilfasern abgebildet hat.

(cka)
 
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