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Grevenbroich
Lack-Profis produzieren für die großen Marken

Grevenbroich: Lack-Profis produzieren für die großen Marken
Geschäftsführer Thomas Sawitowski und der kaufmännische Leiter Rolf Strerath von der Firma "Actega Rhenania", die jetzt 100 Jahre alt wird. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die Wevelinghovener Firma "Actega Rhenania" wird 100 Jahre alt. Aus der alten Farbenfabrik wurde ein weltweit agierendes Unternehmen. Von Wiljo Piel

Pläne für die Zukunft gibt es reichlich. Eine neue Hauptzufahrt zum Beispiel, die auf der Rückseite des Betriebsgeländes angelegt werden soll, damit sich der Lastverkehr vom Wohn- in das Industriegebiet verlagert. Oder das neue Labor, das im nächsten Jahr errichtet und künftig drei Altbauten aus den 1950er Jahren ersetzen wird. "Mit deren Abriss eröffnen wir uns zusätzliche Kapazitäten, um den Betrieb weiter auszubauen", sagt Thomas Sawitowski (50), Geschäftsführer des Chemieunternehmens "Actega Rhenania". Der Chef von rund 145 Mitarbeitern ist sich sicher: Der Standort Wevelinghoven ist zukunftsfest - auf jeden Fall.

Sawitowski sagt das vor dem Hintergrund eines bemerkenswerten Datums: Übermorgen, also am Donnerstag, wird "seine" Firma exakt 100 Jahre alt. Am 2. Juli 1915 wurde die "Chemische Gesellschaft Rhenania mit beschränkter Haftung" aus der Taufe gehoben, bis heute hat sie ihren alteingesessenen Standort in der Gartenstadt nicht verlassen. Das Kerngeschäft hat sich allerdings mit der Zeit verändert: Vor einem Jahrhundert als Farbenfabrik für regionale Malerbetriebe gegründet, hat sich "Actega Rhenania" längst zu einem globalen Anbieter für Lacke, Klebstoffe und Dichtmassen entwickelt, die in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt werden. Produziert wird für die ganz Großen - etwa für Nestlé, Coca-Cola, L'oreal oder Heineken. "Die Palette unseres Unternehmens umfasst mittlerweile gut 1500 Produkte, mit denen im Alltag fast jeder in Berührung kommt", sagt Rolf Strerath (56), kaufmännischer Leiter der Firma.

Ein klassisches Beispiel für die Produktpalette der Wevelinghovener befindet sich etwa auf der Innenseite eines Joghurtdeckels. Der metallische Rohstoff wird mit einem bei "Actega Rhenania" hergestellten, lebensmittelfreundlichen Lack beschichtet, der den Inhalt frisch hält und den Deckel vor Korrosion schützt. Der Speziallack für Lebensmittelverpackungen ist jedoch nur eines von vielen Produkten, die das Wevelinghovener Werk verlassen. Etwa 10 000 Tonnen Lacke, Klebstoffe und ähnliche Materialien werden jährlich an der Rhenaniastraße hergestellt und in alle Welt verschickt - zu den weitesten Zielen zählen Chile und Korea.

"Zurzeit bilden wir zehn Jugendliche aus. Einige von ihnen sind schon in dritter Generation in der Firma tätig", sagt Thomas Sawitowski, der "Actega Rhenania" als einen Familienbetrieb bezeichnet, der stark in der Region verankert sei. Dementsprechend familiär soll das "Hundertjährige" auch gefeiert werden: Für den 20. August hat das Unternehmen die Alte Federnfabrik auf dem Böhler-Areal in Meerbusch gemietet, um dort mit Mitarbeitern, Freunden und Geschäftskunden auf das Jubiläum anzustoßen.

Quelle: NGZ
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