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Grevenbroich
Lärmschutz an L 375 abgelehnt

Grevenbroich: Lärmschutz an L 375 abgelehnt
Wie sehr leiden die direkten Anwohner unter dem Verkehrslärm der L 375? Das hat der Landesbetrieb Straßenbau jetzt neu errechnet. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. In Neurath wird die erlaubte Lautstärke klar unterschritten, sagt der Landesbetrieb.

Ist es in Neurath zu laut, seit an der L 375 Bäume gefällt wurden? Diese Frage wollte die SPD gerne geklärt wissen. Im Mai beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, sich mit dem als Baulastträger zuständigen Landesbetrieb Straßenbau NRW in Verbindung zu setzen. Jetzt liegt das Ergebnis vor. In einem Antwortschreiben teilt der Landesbetrieb jetzt mit, dass er Lärmschutzmaßnahmen entlang der Wohnbebauung in Neurath für nicht notwendig hält.

Ermittelt wurden die entsprechenden Beurteilungspegel am Gebäude "Am Ingenfelder Busch 9". Tagsüber, sagt Straßen-NRW, lag der Wert bei 60 Dezibel, nachts bei 52 - bei erlaubten Immissionswerten von 67 beziehungsweise 57 Dezibel. Damit, heißt es, lägen die Beurteilungspegel weit unter den geltenden Auslösewerten, so dass die Voraussetzungen für die Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen nicht erfüllt sind.

Da die L 375 eine bestehende Straße ist, wurde die Lärmsituation nach den Kriterien der Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen überprüft. "Diese Richtlinien gelten auch für Landstraßen", sagt Klaus Münster von Straßen-NRW. Eine Förderung von Schutzmaßnahmen sei grundsätzlich nur dann möglich, wenn die zulässigen Werte überschritten sind. Um das festzustellen, erklärt Münster, würden keine Schallpegel gemessen, sondern vielmehr Schall-immissionen an Bauten berechnet. "Dabei handelt es sich um ein bundesweit einheitliches Berechnungsverfahren, um die Gleichbehandlung aller von Lärmbelastung betroffenen Grundstückseigentümer zu gewährleisten. Eine einzelne Messung bildet nur eine Momentaufnahme ab, mit dem Berechnungsverfahren liegt im Ergebnis ein Dauerschallpegel vor." Der Berechnung in Neurath, heißt es, wurden die Daten der Straßenverkehrszählung aus dem Jahr 2010 zugrunde gelegt. Das, sagt der Landesbetrieb, seien die aktuellsten zur Verfügung stehenden Daten gewesen. Die Straßenverkehrszählung aus 2015 habe noch nicht vorgelegen. Am Unterschreiten der Auslösewerte, da sind sich die Experten sicher, würde sich aber auch mit einer neueren Datenbasis nichts ändern. "Sonst hätte sich der Verkehr innerhalb von fünf Jahren verdreifachen müssen", sagt Münster. "Und davon ist nicht auszugehen."

(juha)
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