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Grevenbroich
Landrat beklagt millionenschwere Personalausgaben der Stadt

Grevenbroich. Das Minus von rund 25,1 Millionen Euro, das im Haushaltsentwurf 2017 der Stadt klafft, gefällt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nicht. "Ich bin davon ausgegangen, dass bei einem strikten Willen zur Konsolidierung und einem konsequenten Umsetzen der bekannten Maßnahmen ein anderer Etatentwurf zustande gekommen wäre", sagt der Chef der Kommunalaufsicht. Sein Appell an die Politiker vor den nun anstehenden Haushaltsberatungen: Sie sollen "nachhaltige und nennenswerte Einsparungen" erzielen.

"Angesichts der fortbestehenden prekären Grevenbroicher Haushaltslage ist weiterhin eine strenge Disziplin erforderlich", mahnt Petrauschke. Er richtet seinen Blick insbesondere auf den für 2017 veranschlagten Personalaufwand von rund 34,3 Millionen Euro. Das sind etwa eine Million Euro mehr als im Haushalt 2016.

Stadtkämmerin Monika Stirken-Hohmann begründet diese Ausgaben mit Tariferhöhungen, zudem mussten acht zusätzliche Beschäftigte für die Flüchtlingsbetreuung eingestellt werden. Das sei ihm bewusst, sagt der Landrat - doch er gibt zu bedenken, dass der Stadt damit hochgerechnet acht Millionen Euro in der mittelfristigen Finanzplanung fehlen würden. Schließlich solle nach dem Grevenbroicher Sanierungsplan der Haushaltsausgleich im Jahr 2024 geschafft werden. Und ein Ende der Fahnenstange sei beim Personal noch nicht erreicht, meint Petrauschke: "Es sollen ja noch weitere Beschäftigte für die Kindertagesstätten eingestellt werden." Laut Stadtverwaltung fehlen in den Grevenbroicher Kitas derzeit 14 Erzieherinnen.

Was die Personalausgaben betrifft, rät der Landrat dazu, "eine Zusammenarbeit mit anderen" zu prüfen, er meint Nachbarkommen oder den Rhein-Kreis. Grundsätzlich appelliert Hans-Jürgen Petrauschke an Rat und Verwaltung, den Aufwand systematisch zu prüfen und zu reduzieren. Oder anders ausgedrückt: "Ordentlich weiter sparen und immer die Konsolidierung im Auge behalten."

(wilp)
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