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Grevenbroich
Legendäre Band kommt wieder zusammen

Grevenbroich. Mehr als 20 Jahre nach der Auflösung: "The Jesus Christ Experience" spielt ein neues Album ein. Von Wiljo Piel

"The Jesus Christ Experience" (TJCE) tun es wieder. 23 Jahre nach ihrer Auflösung hat die Band, die einst zu den erfolgreichsten Grevenbroicher Formationen zählte, wieder zusammengefunden. Das neue Album "No way out" liegt zum Anhören und Download in der "Soundcloud" bereit, der erste Live-Auftritt ist im Herbst geplant. Kopf der Gruppe ist nach wie vor Willie Goergens (54) - der so etwas wie die Konstante in der heimischen Szene ist.

An eine Re-Union hatte niemand gedacht, als Ex-Schlagzeuger Matz Niklas einen Wunsch zu seinem 50. Geburtstag äußerte: Einmal noch sollte "The Jesus Christ Experience" zusammen spielen, nur drei Stücke zur Feier des Tages. Leadgitarrist Willie Goergens und Bassist René Lachnicht konnten da nicht nein sagen. Und als sich das Trio in Zons zum Üben traf, hat es gekracht: "Hart, schnell, laut - kein Blues, kein Moll, nur tierisch gute Laune", beschreibt Goergens das Gefühl im Proberaum. Die Musiker waren sich einig: "Weitermachen - sofort!" Und schon gibt es das erste Album. Zwölf starke Songs von früher, selbstverständlich rundumerneuert, dem Sound der Zeit angepasst.

Als sich "TJCE" auflösten, hatte Willi Goergens bereits reichlich Erfahrung in der heimischen Szene. Groß geworden mit der städtischen Rock-Initiative, die Anfang der 80er von Marion Ertel betreut wurde, gehörte er zu den Gründern des legendären "Rock this Town"-Festivals und des Komitees der klingenden Kostbarkeiten, das sich für heimische Bands stark machte. Auch mit ungewöhnlichen Aktionen: "Als die Stadt den Gruppen keine Proberäume zur Verfügung stellte, haben wir einfach auf dem Marktplatz geübt." Das hat damals nicht jedem der Grevenbroicher Stadtväter gefallen.

Goergens spielte bei den "Men in Uniforms", die Pop-Musik mit Jazz-, Folk- und Funk-Einflüssen machten und auch überregional erfolgreich waren. Parallel dazu rockte er bei "The Jesus Christ Experience" - und als das alles mit seinem Verlags-Job nicht mehr zu vereinbaren war, zog Goergens die Reißleine: "Irgendwann hatte ich keine Band mehr."

Was aber nur eine Frage der Zeit war: 2003 hob er die "Dötzdorf Allstars" aus der Taufe, die Blues machten und bis zu 60 Auftritte im Jahr hatten. "Eigentlich war ich gar nicht der Blues-Typ", sagt Goergens: "Aber ich habe Gefallen daran gefunden - Blues ist eine tolle Geschichte." Nach der Auflösung der Allstars (2014) blieb er dieser Musikrichtung bei der Formation "THEY play the Blues" treu. Nebenbei spielt der vielseitige Gitarrist bei den "Mono-Brothers", legt bei "The Niederrhine Dub Consortium" als "Dub Willie" heiße Scheiben auf und wandelt auch auf Solopfaden.

Jetzt probt er mit seinen TJCE-Jungs für den ersten Live-Auftritt. Wo der über die Bühne gehen wird, steht aber noch nicht fest.

Quelle: NGZ
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