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Grevenbroich
Lennartz bleibt vorerst Leiter der Feuerwehr

Grevenbroich. Bürgermeister Klaus Krützen kündigt Sechs-Augen-Gespräche an, um Spannungen zu beseitigen. Von Carsten Sommerfeld

Jetzt ist es amtlich: Udo Lennartz wird die Freiwillige Feuerwehr auch nach dem Jahreswechsel leiten - obwohl der Rat seine Wiederwahl für sechs Jahre ab Januar mit 27 zu 16 Stimmen abgelehnt hat. Viele Politiker vermissen bei Lennartz die Einsicht, "einen zumutbaren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten", wie fünf Fraktionen kürzlich erklärten. Dennoch: In einem Schreiben an Lennartz verfügte Bürgermeister Klaus Krützen gestern, "dass Sie Ihr Amt weiterführen, bis eine anderweitige Entscheidung getroffen wird oder sich die Rechtslage ändern sollte."

Der Grund für diese Entscheidung: Ein Nachfolger für Lennartz ist nicht in Sicht, die beiden stellvertretenden Leiter Peter Compes und Josef Böhm stehen nicht zur Verfügung. Und die Feuerwehr hat sich für Lennartz als Chef ausgesprochen. In dieser Lage greift ein Passus des Feuerschutzgesetzes: Der Wehrführer hat sein Amt so lange weiterzuführen, bis ein Nachfolger bestellt ist. Doch die Wahrscheinlichkeit wächst, dass auch danach der Feuerwehrchef Udo Lennartz heißen wird. Am 1. Januar wird nämlich das vor wenigen Tagen vom Landtag beschlossene Gesetz über Brandschutz, Hilfeleistung und Katastrophenschutz gültig. Danach gehört der Leiter einer größeren hauptamtlichen Wache - in Grevenbroich ist dies Lennartz - automatisch als Leiter oder Stellvertreter der Feuerwehrführung an. Hat also die Politik trotz ihres Votums auf längere Sicht weiter mit ihm als Wehrleiter zu tun? "Es hat Spannungen gegeben, aber jeder hat eine zweite Chance verdient", sagte Krützen gestern. "Ich werde alle Fraktionsvorsitzenden zu Sechs-Augen-Gesprächen mit Udo Lennartz und mir einladen. Wir müssen klären, ob es eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit gibt, und dann über die Bestellung des Feuerwehrchefs entscheiden", so Krützen. Anfang Dezember hatte er in einer SPD-Versammlung eine Lanze für Lennartz gebrochen und den politischen Umgang mit dem Stadtbediensteten kritisiert. Darauf hatte er erhebliche Kritik aus den Reihen von CDU, UWG, ABG, FDP und "Mein Grevenbroich" geerntet.

Auch gestern wurden in der Politik Vorbehalte deutlich. "Wenn die Rechtslage so ist und uns kein Nachfolger präsentiert wird, müssen wir dies akzeptieren", sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser und betont: "Wir überlegen, Udo Lennartz eine letzte Chance zu geben - unter der Voraussetzung, dass er nicht nur die Feuerwehr, sondern auch die Finanzlage der Stadt im Blick hat." Rolf Göckmann (ABG) erklärt, dass die Verfügung Krützens "eine Interimslösung ist. Wir warten ab, wie die Gespräche laufen - und entscheiden dann, ob für uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist." Carl Windler (UWG) sagt dagegen: "Der Rat hat eine Wiederwahl abgelehnt. Ich erwarte, dass dem Rat ein Nachfolger präsentiert wird, über den abgestimmt wird."

Quelle: NGZ
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