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Grevenbroich
Leutheusser-Schnarrenberger betont die Bedeutung der Freiheit

Grevenbroich: Leutheusser-Schnarrenberger betont die Bedeutung der Freiheit
FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stellte ihr Buch in Grevenbroich vor und diskutierte mit den Besuchern der Lesung. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Ein Plädoyer für die Freiheit hielt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, aufrütteln will sie: "Es steht viel auf dem Spiel." Im Café Fräuleinswunder" stellte die 66-Jährige, die von 1992 bis 1996 und von 2009 bis 2013 Bundesjustizministerin war, auf Einladung der Grevenbroicher Liberalen ihr Buch "Haltung ist Stärke vor". "Sie leben ihre Überzeugung, lassen sich nicht verbiegen", würdigte FDP-Vorsitzender Markus Schumacher die Autorin vor der Lesung unter Moderation von Journalistin Birgit Wilms, zu der auch Bundestagskandidat Bijan Djir Sarai gekommen war. Für Aufsehen hatte Leutheusser-Schnarrenberger gesorgt, als sie nach dem FDP-Mitgliedervotum für den "Großen Lauschangriff" Mitte der 90er als Ministerin zurücktrat. "Ich war davon überzeugt, dass dieser Grundrechtseingriff falsch war." Berechenbarkeit müsse für Politiker "oberstes Gebot" sein. "Vertrauen ist das höchste Gut, über das Politiker verfügen". Reiße dieses Band mit den Bürgern, könne das letztlich zur "substantiellen Bedrohung der Demokratie führen", warnt die Autorin, die in der Lesung engagiert zu aktuellen Themen Position bezog. "Freiheit ist nicht selbstverständlich." Angesichts zunehmender Ängste etwa vor terroristischen Gefahren trete das Bedürfnis nach Sicherheit in den Vordergrund, würden Stimmen für die Freiheit schwächer. Die FDP-Politikerin sieht zudem "ein Gespenst in Europa" umgehen, nicht des Kommunismus, sondern eines "aggressiven Rechtspopulismus". In vielen Ländern seien Parteien und Bewegungen aktiv, um ein "autokratisches Herrschaftssystem zu etablieren". Und sie "treibt um, dass Freiheit nicht mehr die Freiheit des Andersdenkenden ist", und befürchtet, dass der Minderheit diese Rechte abgesprochen werden. Wachsamkeit fordert die Autorin auch bei der Digitalisierung. Vielen Bürgern sei nicht bewusst, dass "es den Staat nichts angeht, was wir denken".

Doch ihr Buch ist eben auch autobiografischer Rückblick - etwa auf die sonntäglichen politischen Diskussionen im Familienkreis oder auf den Vater, der sich mit Leserbriefen äußerte, wenn er mit der Meinung seiner Tochter nicht übereinstimmte.

(cso-)
 
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