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Grevenbroich
Lieder von Leiden und Liebe beim Konzert im Museum

Grevenbroich. "White Heart of a Bear" spielte in der Weltmusik-Reihe.

Geheimnisumwitterte Bilder von tiefen Seen, dichten Wäldern und weißen Nächten ließen die Songs von "Wild Heart of a Bear" im Rahmen der Reihe "Weltmusik am Niederrhein" in der Villa Erckens entstehen. Wer Julia und Anne Pauly sowie Nicole Goeller als Mitglieder der Alternative-Rockband "The Tideline" kannte, erfuhr im Museum eine ganz andere Facette ihrer Kreativität.

Mit Klavier, Kontrabass, Cello und akustischer Gitarre wurde ein schwerblütiges Fundament für charismatische Stimmencluster der mystischen Art geschaffen. Dirty Intonations in Blues-Manier begegneten elfenhaften Falsettgesängen, eingebettet in reduzierte Folksongstrukturen. Als Gast verstärkte Hannah Karau mit beschwörenden Drums einen Teil des Programms.

Mucksmäuschenstill lauschte das Publikum den elegischen Kompositionen dieses seelenvollen Crossover-Konzerts mit nordeuropäischer Melancholie und weiblich intuitiver Lyrik. Würde Jean Sibelius als Frau wiedergeboren, so hätte er sich heutzutage vielleicht in dieser Form ausgedrückt. Bei Liedern wie "Weddinsong", "Hunting a ghost" oder "Winterpurring" schien die dunkle Schönheit des Chorgesangs der Aachener Musikerinnen wie ein Polarlicht durch die Nebelschwaden der Niederrheinischen Tiefebene. Melancholie traf auf edlen Pathos, sphärische Klangteppiche untermalten Leidensgeschichten und Liebesbotschaften. Als Zugabe versöhnte John Lennons "Imagine" alle inneren Konflikte und Kämpfe der Künstlerinen.

Das Konzert der "Bärinnen", wie sie sich selbst nennen, entpuppte sich als eine herzerwärmende Botschaft, eine warme musikalische Umarmung und ein vielsagendes Bühnenstatement über die Urkraft von Musik und Emotionen.

Quelle: NGZ
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