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Grevenbroich
"Lindenhof": Brandstifter half bei der Evakuierung

Grevenbroich: Brand in Altenheim
Grevenbroich: Brand in Altenheim FOTO: Staniek
Grevenbroich. Einem 17-Jährigen wird vorgeworfen, im September den Brand im Seniorenhaus "Lindenhof" gelegt zu haben. Er muss sich am 24. Februar vor dem Richter verantwortet. Das Amtsgericht Neuss gab gestern Einzelheiten zum Verfahren bekannt.

Der zur Tatzeit noch 16 Jahre alte Angeklagte war zu Sozialstunden verurteilt worden, die er im "Lindenhof" ableistete. Offensichtlich hatte er Freude an der Arbeit, denn im Anschluss entschloss sich der Jugendliche zu einem sozialen Jahr in dem Seniorenzentrum.

Laut Amtsgericht habe das Engagement schnell nachgelassen. Noch einen Tag vor dem Brand habe die Heimleitung ein ermahnendes Gespräch mit ihm geführt. Am nächsten Morgen habe er sich ins Dachgeschoss begeben, um Geld aus einem Sozialraum der Putzfrauen zu stehlen. Weil er dabei gestört wurde, habe er sich in einem Abstellraum des Haustechnikers versteckt.

Der Angeklagte gibt an, dort eine Zigarette geraucht zu haben. Die glimmende Kippe habe er weggeworfen und dann sehen müssen, dass sich 40 bis 50 Zentimeter hohe Flammen bildeten. Daraufhin sei er in Panik weggerannt.

Die Anklage wirft ihm dagegen vor, gezielt brennbare Materialien angehäufelt und anschließend angezündet zu haben. Nach Zeugenaussagen habe der 16-Jährige das Dachgeschoss keineswegs in Panik, sondern in aller Ruhe verlassen. Obwohl sich auf seinem Weg viele Feueralarm-Knöpfe befunden hätten, hätte er keinen davon gedrückt. Nachdem Feueralarm ausgelöst worden war, half er bei der Evakuierung des Hauses, das mit 87 Bewohnern belegt war.

Wegen des Alters des Angeklagten ist die Verhandlung nicht öffentlich.

(wilp)
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