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Grevenbroicher Jugendfeuerwehr
Löschwasser aus der Erft holen

Grevenbroicher Jugendfeuerwehr. 53 Jugendliche treffen sich regelmäßig zu einer nicht alltäglichen Freizeitbeschäftigung im Grevenbroicher Industriegebiet: Die Stadtjugendfeuerwehr trainiert wöchentlich unter professioneller Anleitung, um später auch im Ernstfall schnell und richtig handeln zu können. Die Feuerwehrfrauen und -männer zwischen zwölf und 18 Jahren tragen dieselben Uniformen wie die "Großen", dürfen an den Geräten üben und erlernen bereits das Grundwissen eines ausgebildeten Brandschützers. Auch richtiges Verknoten der Seile will geübt sein. NGZ-Fotos: M. Reuter

"Diese Feuerwehrausbildung nimmt 50 Prozent unserer Jugendarbeit ein", so Jugendleiter Theo Peiffer. "Die andere Hälfte ist allgemeine Jugendarbeit, die aus Spielen, Veranstaltungen sowie gemeinsamen Ausflügen und Fahrten besteht." Betreuer werden übrigens auch immer gesucht: Die zurzeit sechs Aktiven brauchen noch Verstärkung. "Ein Betreuer muss selbst kein Feuerwehrmann sein, ein Jugendleiterschein reicht auch", so Peifer. Bei der Ausbildung der Jugendlichen teilt die Feuerwehr das Schicksal nahezu aller Grevenbroicher Jugendverbände. "Wir waren in diesem Jahr für drei Tage in einem Zeltlager in Bad Berleburg", erzählt Peiffer. "Dort fand die Abnahme der Leistungsspange auf Landesebene statt."

Diesen wichtigen Bestandteil der Ausbildung muss jedes angehende Mitglied der Jugendfeuerwehr absolvieren. "Gewöhnlich werden diese Fahrten von der Stadt mit sechs Mark pro Tag und Teilnehmer bezuschusst", erklärt Peiffer, der sich gemeinsam mit drei weiteren Jugendwarten sowie drei Betreuern um den Feuerwehrnachwuchs kümmert. "Von dem eingeplanten Betrag haben wir 50 Prozent erhalten, unseren Segeltörn im September mussten wir vollständig allein finanzieren." Dabei zählen die Fahrten, die nun auch vom Förderverein des Löschzuges Stadtmitte unterstützt wurden, zu den Highlights für die Jugendlichen.

Diese kommen übrigens aus dem gesamten Stadtgebiet zur Feuerwehr: "Von Neukirchen bis Neurath/Frimmersdorf ist alles dabei", schmunzelt Peiffer. Seit 1989 befindet sich die Stadtjugendfeuerwehr in der Stadtmitte, "es erschien sinnvoll, schon früh dafür zu sorgen, dass aus der Grevenbroicher Feuerwehr möglichst früh wirklich eine Feuerwehr wird", betont Hauptbrandmeister Peiffer. Das ist offensichtlich gelungen: "Die Kameradschaft hier ist wirklich klasse", erklärt Christian Vazquez und ergänzt: "Zu Hause rumhängen kann jeder." Der 16-Jährige ist seit zwei Jahren dabei und erklärt: "Wir haben theoretischen Unterricht, bei dem wir Erste Hilfe, den richtigen Umgang mit den Geräten und ähnliches lernen."

Stefan Kasper (16) erzählt: "Besonders viel Spaß machen natürlich die Übungen, wenn wir Brände oder Unfälle nachstellen." Und Manu Schweikard (13) verrät: "Am besten ist es natürlich, wenn wir zur Erft gehen und Nassübungen machen. Dabei pumpen wir das Löschwasser aus dem Fluss, also fast wie bei einem echten Einsatz." Zu den regelmäßigen Einsätzen der Jugendfeuerwehr gehört die Betreuung der St.-Martins-Feuer im gesamten Stadtgebiet. Sascha Winkel (14) erklärt den Aufbau der Jugendfeuerwehr: "Wir sind in drei nach dem Alter zusammengesetzte Gruppen aufgeteilt, und werden von jeweils zwei Ausbildern unterrichtet." Er spricht aus, was wohl die meisten denken: "Es macht Spaß, aber ich nehme die Feuerwehr auch ernst. Das ist ein Dienst, und Pünktlichkeit ist selbstverständlich."

Das macht auch Peiffer klar: "Bei uns finden schon etliche Pflichtübungen statt, schließlich wird auf das spätere Feuerwehrleben hin trainiert. Das wollen auch die meisten unserer Jugendlichen." So auch Corinna Dreschmann. Die 14-Jährige gehört zu den insgesamt fünf Mädchen, die sich in der ehemaligen Männerdomäne problemlos behaupten: "Ich will später auf alle Fälle bei der Feuerwehr weitermachen." Wer diese "feurige" Tätigkeit nun einmal selbst kennenlernen möchte: Jeden Mittwoch trifft sich die Jugendfeuerwehr von 18 bis 20 Uhr in der Feuerwache im Industriegebiet Ost. lina

Quelle: NGZ
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