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Grevenbroich
Matthias Nobis wird heute 70 Jahre

Grevenbroich. Vielfach engagiert - als Beat-Gitarrist, Politiker und Fürsprecher Behinderter. Von Wiljo Piel

Matthias Nobis wird heute 70 Jahre alt. "Eine Menge Holz", sagt der Südstädter: "Aber wenn man sich gut fühlt, geht das in Ordnung." Nobis sagt das mit einer gewissen Gelassenheit, denn er ist gesundheitlich topfit - und engagiert wie eh und je.

Schon in der Beatles-Ära war sein Name ein Begriff in Grevenbroich: Matthias Nobis spielte Gitarre bei den "Mods", einer Band, deren Name in den 1960ern ein Garant für volle Säle war. "Wenn wir im Wevelinghovener Central-Hotel auftraten, war dort die Hölle los", erinnert er sich. Später spielte Nobis in verschiedenen Tanzkapellen, bis er Anfang der 90er Jahre die Gitarre an den Nagel hängte. "Ich habe sie seither nicht mehr angefasst", sagt er.

Schließlich gab es für ihn auch wichtigere Dinge als die Musik - zum Beispiel das politische Engagement. Von 1989 bis 2009 gehörte er zu den maßgeblichen Gestaltern der CDU-Politik in Grevenbroich. Matthias Nobis war fast 20 Jahre Mitglied des Stadtrates, leitete lange Zeit den Sozialausschuss und war von 2001 bis 2009 Vorsitzender des Stadtverbandes.

Sein Parteibuch, das er schon seit den 70ern in der Tasche hatte, gab er im vergangenen Frühjahr jedoch ab. "Nicht, weil ich Ärger mit den hiesigen Kollegen hatte", sagt er: "Es lag vielmehr daran, dass sich die CDU verändert hat. Für meine Begriffe ist sie nicht mehr die konservative Partei, in die ich einmal eingetreten bin." Letztlich ausschlaggebend für seinen Entschluss sei die Haltung während der Griechenland-Krise gewesen, auch die Flüchtlingspolitik habe ihm nicht gefallen.

Kritisch steht Matthias Nobis auch dem Bundesteilhabegesetz gegenüber, das 2017 in Kraft treten soll. Es werde Menschen mit geistiger Behinderung in keiner Weise gerecht, meint Nobis. Er sagt das nicht nur als Vater einer behinderten Tochter (28), sondern auch als Aufsichtsratsvorsitzender der "Lebenshilfe" im Rhein-Kreis Neuss und Verwaltungsratsvorsitzender der gemeinnützigen GmbH "Leben und Wohnen". Schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert setzt sich Matthias Nobis für die Belange behinderter Menschen ein - auch als Verwaltungsrats-Mitglied der Varius-Werkstätten in Hemmerden.

In seiner Freizeit greift der ehemalige kaufmännische Angestellte bei RWE gerne zu einem Krimi oder zu einem Geschichtsband. Oder er genießt das Familienleben in "seiner" Südstadt, der er seit seiner Geburt treu geblieben ist.

Quelle: NGZ
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