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Grevenbroich
Mehr Förderschul-Kinder im Rhein-Kreis als prognostiziert

Grevenbroich. An den Förderschulen im Rhein-Kreis lernen mehr Jungen und Mädchen als das Land in einer Prognose erwartet hat. Das teilte die Kreisverwaltung jetzt im Schulausschuss mit.

Das NRW-Schulministerium hatte eine Statistik über die landesweite Entwicklung der Förderschulen bis 2019/20 veröffentlicht. Danach sinkt die Zahl der Kinder an Förderschulen landesweit erheblich von 74.660 im Schuljahr 2015/16 auf nur noch 56.170 im Schuljahr 2019/20.

Auf die einzelnen Förderschulen im Kreis "heruntergebrochen", würde sich danach für manche Einrichtung ein düsteres Bild ergeben. Beispielsweise würden 2019 alle drei Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen (Schule am Chorbusch in Dormagen, Martinus-Schule in Kaarst und Herbert-Karrenberg-Schule in Neuss) die vom Land gesetzten Mindestgrößen von 144 beziehungsweise 88 Kindern deutlich unterschreiten.

Doch Kreisdezernent Tillmann Lonnes ist optimistisch, dass diese Entwicklung nicht so eintritt - die Prognose aus dem Ministerium entspricht nämlich bereits für das erste Jahr im Kreis nicht der Realität. Trotz zunehmender Inklusion und dem Besuch behinderter Kinder an Regelschulen liegen die tatsächlichen Schülerzahlen an den Förderschulen im Kreis zurzeit fast überall über den für 2016/17 vom Land prognostizierten Daten - und teilweise auch über den tatsächlichen Schülerzahlen 2015.

Positiv wirkte sich das besonders für die Martinus-Schule aus. Angesichts der nur noch 125 Schüler im vergangenen Schuljahr hatte die Bezirksregierung bereits beim Kreis wegen der Mindestgröße angeklopft. Der Kreis konnte mitteilen, dass die Schule zurzeit wieder mehr Schüler - zurzeit 142 - hat. "Zudem "haben wir geantwortet, dass der Kreis die Mindestgrößenverordnung für verfassungswidrig hält, da nach nicht nur unserer Auffassung ein so wesentlicher Punkt vom Parlament hätte verabschiedet werden müssen", sagte Lonnes. "Wenn wir die Aufforderung erhalten, eine Förderschule wegen der Mindestgröße zu schließen, werden wir uns dagegen wehren", kündigte er an.

Das blieb nicht das einzige Plädoyer für die Förderschulen. "Wir sprechen uns uneingeschränkt für den Erhalt aus", sagte Sabine Kühl (SPD). Und Birte Wienands (CDU) erklärte: "Es ist wichtig, dass Eltern die Wahl erhalten bleibt, ob sie ihr Kind auf eine Förder- oder auf eine Regelschule schicken - und auch die Möglichkeit zum Wechsel."

(cso-)
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