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Grevenbroich
Mehr Vielfalt bei City-Handel gewünscht

Grevenbroich. Die Wunschliste der Grevenbroicher für ihre Stadt ist lang. Bei der "Mobilen Redaktion" nannten sie unter anderem einen lebendigen Marktplatz, abwechslungsreichere Geschäfte, attraktivere Einkaufszentren und größere Papierkörbe. Von Daniela Buschkamp und Carsten Sommerfeld

Bei der "Mobilen Redaktion" der NGZ haben die Besucher gestern zahlreiche Verbesserungsvorschläge für die Grevenbroicher City geäußert. Die Kapellenerin Petra Bertram zum Beispiel sagte: "Außenstehende finden die Stadt oft schön. Den Bewohnern fallen dagegen andere Dinge auf." Nach ihrer Einschätzung sind die Papierkörbe viel zu klein, in der Fußgängerzone fehlen Bänke ("In Neuss klappt das"). Ein weiteres Café und eine zusätzliche Bäckerei hält sie für "überflüssig": "Abendmode muss ich hier auch nicht kaufen, aber wir brauchen ein gutes Haushaltswarengeschäft", die Kapellenerin spricht für eine Gruppe von Freundinnen. Auch Marianne Kubiak (57) aus Grevenbroich vermisst ein Geschäft "ähnlich wie früher Erren". Doch sie sieht auch Positives: "Nicht in jeder Stadt gibt es eine Fußgängerzone wie hier."

Das Rentnerpaar Ludwig und Irene Hammelstein aus Kapellen vermisst "Abwechslung": "Hier gibt es zu viele Bäcker und Schuhgeschäfte." Am Samstag seien die Öffnungszeiten unregelmäßig, am Sonntag sei die City wie ausgestorben: "Da fahren wir lieber nach Düsseldorf." Ursula Nicklis (66) aus Gustorf fährt öfter nach Mönchengladbach. "Hier in Grevenbroich finde ich nur wenig, viele Geschäfte stehen leer." Zudem müsste es mehr Gastronomie geben. Helga Fecht aus Grevenbroich vermisst "kleine, gemütliche Restaurants, in denen man auch mal ein Glas Wein trinken kann". Sie würde wie viele Bekannte gern auswärts essen, doch: "Für die Älteren fehlt ein Treffpunkt."

Die junge Mutter Ana Bodele stammt aus Troisdorf, kann die Entwicklung ihrer Heimatstadt gut mit ihrer Wahlheimat vergleichen: "In Troisdorf ist viel passiert, dort gibt es etwa einen ,H+M'." In Grevenbroich vermisst sie Modegeschäfte für Kinder und Jugendliche oder Spielzeugläden. Gut gefallen würden ihr auch Cafés und Bars: "Auch aus dem Marktplatz könnte man viel machen." Potenzial dafür sieht auch die Grevenbroicherin Ingrid Onkelbach: "Der Markt ist zu wenig belebt." Beim Sortiment fehlt ihr Vielfalt ("Zu viele Schuhgeschäfte, Apotheken, Optiker und zu viele Billigläden"). Angesichts der Leerstände in Coens-Galerie und Montanushof fragt sie: "Warum tut man nichts dagegen?" Das fragt sich auch Heinz Bayertz (79), der in den 70er Jahren Chefdekorateur des Grevenbroicher Kaufhofs war. Die beiden Einkaufszentren erfüllen seiner Meinung nach keine Magnetfunktion mehr. "Gerade so etwas braucht Grevenbroich aber", sagt Bayertz. Damals sei der Kaufhof ein Anziehungspunkt für viele Kunden gewesen: "In den 70er und 80er Jahren hatte die Fußgängerzone eine Frequenz, von der man heute nur träumen kann."

Marzieh Maghsoudi (45) vermisst Geschäfte wie ",H+M', Zara und Kaufhof. Und es fehlen Treffpunkte für junge Menschen." Hans-Ferdi Schulze (67) würde sich ein wenig mehr Branchen wünschen: "Wenn man hört, dass noch eine Bäckerei und noch ein Schuhgeschäft öffnen soll, finde ich das schon etwas seltsam." Auch die eine oder andere gemütliche Kneipe - wie damals die "Flönz" - wünscht sich der Grevenbroicher: "Aber leider traut sich heutzutage keiner mehr, eine Gaststätte zu eröffnen." Dennoch gibt er der Fußgängerzone die Note "2 plus" - denn: "Als Grevenbroicher kennt man die Geschäftsinhaber und fühlt sich in deren Läden wohl."

Hans Wagner (80) wünscht sich, dass sich endlich jemand der "Zille" annimmt, die am Steinweg zusehends verfällt: "Das ist ein Schandfleck." Das sieht auch Manfred Ganschinietz (64) so: "Es wird Zeit, dass dieser Missstand behoben wird."

Edith Schmautz hätte gern mehr Sitzgelegenheiten in der Coens-Galerie. Bernhard und Ulrike Oberbach würden es begrüßen, wenn die Eigentümer von Immobilien mehr in die Modernisierung investieren würden. Andere Passanten bemängeln, dass viele Grevenbroicher oft rücksichtlos mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone fahren.

Quelle: NGZ
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