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Grevenbroich
Melanies Kiosk ersetzt im Dorf den fehlenden Tante-Emma-Laden

Grevenbroich. Ein Lebensmittelangebot hält Kioskbesitzerin Melanie Matzulla vor allem für ältere Fußgänger bereit. Aber auch Kraftfahrer steuern ihr Büdchen an. Von Gundhild Tillmanns

Melanies Stehcafé im Dörfchen Noithausen ist weit mehr als nur ein Kiosk. Er ersetzt auch den guten alten "Tante-Emma-Laden", den es in Ortsteilen wie diesem schon lange nicht mehr gibt. "Vor allem die älteren Leute kommen wegen der Lebensmittel zu mir", berichtet Melanie Matzulla, die den Kiosk Am Alten Hof 1 vor einem Jahr übernommen hat.

Es gebe zwar einen Lebensmittelmarkt in relativer Nähe, der sei aber nur mit dem Pkw zu erreichen. "Wer zu Fuß einkauft, kommt zu mir. Deshalb habe ich auch viele Stammkunden", freut sich die 39-Jährige, die aus der Grevenbroicher Südstadt stammt. Melanie Matzulla ist vom Fach: "Ich habe 20 Jahre im Einzelhandel bei Karstadt gearbeitet. Dann bekam ich aber eine Wollallergie und musste mich beruflich neu orientieren", berichtet sie. Gemeinsam mit ihren Eltern fuhr sie durch Grevenbroich und die Ortsteile die Kioske ab, auf der Suche nach einem Geschäft, das zur Übernahme stand: "Ich habe mich sofort für diesen Kiosk entschieden. Es war so ein Bauchgefühl", erzählt sie. Und das habe sie auch nicht getäuscht: "Das Geschäft macht mir Freude, der Umgang mit den Kunden", sagt sie lächelnd und gibt zu, dass es auch schon mal Trinkgeld von zufriedenen Kunden gibt. Das entsprechende "Schweinderl" steht nämlich an der Kasse bereit. Die Eltern von Melanie Matzulla unterstützen die alleinerziehende Mutter und Geschäftsfrau: "Ich habe einen zehnjährigen Sohn, deshalb arbeite ich immer nur bis 14 Uhr, damit ich nachmittags bei ihm sein kann", berichtet sie. Die Spätschicht übernimmt dann immer Vater Hans-Jürgen Damm in "Melanies Stehcafé". So sind die Öffnungszeiten montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr, samstags ab 8 und sonntags ab 10 bis 20 Uhr zu stemmen.

Dass die Geschäftsfrau auch eine Mutter ist, zeigt sich an den liebevoll dekorierten Geschenkartikeln und Spielsachen, die in ihrem Kiosk ebenfalls zum Sortiment gehören. Und natürlich gibt es dort auch alles, was einen "normalen" Kiosk ausmacht: Zeitungen, Zigaretten, Getränke und Süßigkeiten in großer Auswahl. "Als ich hier angefangen habe, gab es von allem nur eine kleine Auswahl. Ich habe alles erweitert", betont Matzulla, die auch an einen ganz wichtigen Aspekt gedacht hat: an die Sicherheit.

Vor einem halben Jahr hat sie Vergitterungen an Fenstern und Türe des Kiosk' anbringen und eine Alarmanlage installieren lassen: "Einen Einbruch oder Überfall habe ich zum Glück noch nicht erlebt. Aber man hörte so viel aus der Nachbarschaft von Einbrüchen. Da wollte ich lieber vorbeugen," sagt die Geschäftsfrau.

Quelle: NGZ
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