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Grevenbroich
Mit 12 Wohnungen fing vor 90 Jahren alles an

Grevenbroich: Mit 12 Wohnungen fing vor 90 Jahren alles an
Prokuristin Heike Speer-Sorg mit den Vorständen Hans-Joachim Rund (l.) und Jörg Schmitz vor den Häusern an der Straße "Im Pfarrgarten". FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Die Erftsiedlungsgenossenschaft Gindorf hat heute 580 Mitglieder und 550 Wohnungen. Zurzeit entstehen 18 Wohnungen in Gustorf. Von Carsten Sommerfeld

Zwölf Wohnungen an der Provinzstraße in Gustorf bildeten vor neun Jahrzehnten den Anfang. Aus dem kleinen Bestand ist eine Wohnungsbaugenossenschaft mit heute 550 Wohnungen geworden. In diesem Jahr begeht die Erftsiedlungsgenossenschaft Gindorf ihr 90-jähriges Bestehen. Morgen, 7. Oktober, wird der runde Geburtstag im Zelt auf dem Gindorfer Kirmesplatz am Langer Weg gefeiert. Die Genossenschaft hat Mitglieder und Geschäftspartner eingeladen, sie erwartet rund 400 Gäste.

Zur Zeit der Weimarer Republik war die Genossenschaft 1926 gegründet worden. "Wohnraum war damals knapp - und Wohnungsbaugenossenschaften waren für viele die einzige Möglichkeit, an eine eigentumsähnliche Wohnung zu kommen", erklärt Vorstandsmitglied Jörg Schmitz. Das Ziel der Genossenschaft sei durch all die Jahrzehnte dasselbe geblieben: "die Mitglieder mit preisgünstigem Wohnraum zu versorgen."

Einen Bau-Boom erlebte die Erftsiedlungsgenossenschaft in den 50er und 60er Jahren, "Rheinbraun und RWE stellten viele neue Mitarbeiter ein und unterstützten unseren Wohnungsbau, dafür erhielten sie Belegungsrecht", erzählt Schmitz. Nach wie vor konzentriert sich die Erftsiedlungsgenossenschaft auf den Süden der heutigen Stadt Grevenbroich - auf Gustorf und Gindorf, weitere Häuser stehen in Neuenhausen, Frimmersdorf und Neurath. Die Verwaltung sitzt im ehemaligen Pfarrhaus an der Schellestraße in Gustorf.

Wenige Meter weiter entsteht das jüngste Bauprojekt. Die alte Grundschule an der Straße Auf dem Wiler, in der zuletzt Asylbewerber lebten, wird derzeit zu 18 seniorengerechten Wohnungen mit 55 bis 115 Quadratmetern Größe umgebaut. Der Komplex wurde mit Ausnahme des Grundgerüsts abgerissen, "seit einem Monat läuft der Rohbau", sagt Schmitz. 2017 soll der Neubau fertig sein, "die meisten Wohnungen sind bereits vergeben". Vier Millionen Euro werden dort investiert.

Auch die Erftsiedlungsgenossenschaft merkt, dass die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum steigt, rund 80 Interessenten stehen auf der Warteliste. Weniger als ein Prozent der Wohnungen steht leer, die Fluktuation lag 2015 bei lediglich sechs Prozent.

Das Durchschnittsalter der Mieter liegt bei 57 Jahren - barrierefreier oder -armer Wohnraum wird immer wichtiger. "Wir haben mit dem Neubau in Gustorf bereits mehr als 50 seniorengerechte Wohnungen geschaffen", sagt Jörg Schmitz. In anderen Häusern werden frei werdende Erdgeschosswohnungen mit niveaugleichen Duschen und breiten Türen versehen, "auch wenn wir die Stufen an der Haustür nicht beseitigen können". Die energetische Sanierung ist laut Schmitz weitgehend abgeschlossen. "Zurzeit läuft bereits der Einbau der nächsten Generation insolierverglaster Fenster. 1,2 Millionen Euro wende die Erftsiedlungsgenossenschaft im Jahr für Instandhaltung und Modernisierung auf. "Mit 30 bis 35 Euro je Quadratmeter ist das ein guter Wert", betont das Vorstandsmitglied. In den nächsten Jahren soll zunächst die weitere Modernisierung einschließlich der Gestaltung von Außenanlagen im Mittelpunkt stehen, bevor das nächste Neubauprojekt angepackt wird.

Zunächst aber wird gefeiert. "Wir wollen uns am Freitag bei unseren Mitgliedern für ihre Treue bedanken", sagt Schmitz. Unter anderem werden "Marc Metzger & Ihm seine Gesellen" im Zelt kölnisch-komödiantische Krätzjen präsentieren.

Quelle: NGZ
 
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