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Grevenbroich
Mit dem "Goggo" an die Riviera

Grevenbroich: Mit dem "Goggo" an die Riviera
Camping am Meer: Inspiriert von einem Film startete Hömberg mit einem Schulfreund in einem 20 PS starken "Goggomobil" zu einer 14-tägigen Tour in den Süden. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Grevenbroich. In dem Kleinwagen fuhr Wolfgang Hömberg mit einem Freund im Jahr 1959 bis nach Marseille. Von Christian Kandzorra

Als Wolfgang Hömberg und sein Schulfreund Hans-Walter Kroll im Sommer 1959 einen Film gesehen haben, in dem zwei abenteuerlustige Männer in ihrem Alter von Dänemark an die Riviera fuhren, stand für sie schnell fest: "Das können wir auch." Prompt ließen sie sich Urlaub geben - und starteten im August des Jahres in einem 20 PS starken "Goggomobil" mit originalem GV-Kennzeichen zu einer 14-tägigen Tour in den Süden. Mehr als 1200 Kilometer legten sie in dem knallroten Kleinwagen zurück, der zwischen 1955 und 1969 als erstes Serienmodell von der "Hans Glas GmbH"gebaut wurde.

Wolfgang Hömberg zeigt ein Modell vom roten "Goggomobil". FOTO: Berns, Lothar (lber)

Noch heute erinnert sich Wolfgang Hömberg (79) gut an die Tour, die sie bis in die französische Stadt Marseille führte und wohl zu den größten Abenteuern seines Lebens zählt. Denn voll beladen wurde die Fahrt über die Alpen für die damals 23 Jahre alten Rheinländer zu einer echten Herausforderung. Und ebenso für den leichten Kleinwagen. "Wir sind aber kein einziges Mal stehen geblieben. Alles hat ohne große Zwischenfälle geklappt", betont der ehemalige Einzelhandelskaufmann. "Wir haben bei Basel den ersten Zwischenstopp eingelegt und Bekannte meines Schulfreundes besucht. Sie hatten gar nicht damit gerechnet, dass wir überhaupt bis dahin kommen", berichtet Wolfgang Hömberg, der sich mit Hans-Walter Kroll am Steuer abwechselte und das "Goggomobil" über die Berge manövrierte.

Nach dem Zwischenstopp in Basel ging es weiter nach Genf und von dort aus entlang der Rhone über in Felsen gemeißelte Straßen nach Valence und schließlich bis nach Marseille. "Immer am tiefblauen Mittelmeer entlang. Das war sehr eindrucksvoll", sagt Hömberg, der sich gern an einige Anekdoten aus dieser Zeit erinnert. Zum Beispiel an eine Gruppe von Arbeitern, die sich von dem roten Kleinwagen sehr angetan zeigte, aber auch an die Flagge mit Grevenbroicher Stadtwappen, die die Freunde am rechten Kotflügel befestigt hatten und stolz im Wind flattern ließen. "Geschlafen haben wir in Zelten. Zwischenzeitlich wurde es bei den ganzen Sachen, die wir transportieren mussten, ganz schön eng im Auto", sagt Hömberg und lacht. Bei den hohen Temperaturen an der Riviera trugen beide Sonnenhüte, die sie auch nur dann im Auto tragen konnten, wenn sie die beige Dachplane aufrollten.

Mit dem roten "Goggo", bei dem es sich übrigens um eine Sonderausführung mit einem stärkeren 20-PS-Motor handelte, ging es "im Dreieck" weiter Richtung Osten. "Immer an der Küste entlang. Wir haben uns aber zwischendurch viel Zeit gelassen. Zum Beispiel in Saint Tropez, wo wir zwischen Ferraris und Jachten geparkt haben", erzählt der 79-Jährige, der über viele Dias und Fotos aus dieser Zeit verfügt. "Am siebten Tag unserer Reise sind wir Richtung Cannes, Nizza und Monaco aufgebrochen."

Zwischen Cannes und Nizza sei es "ganz schön kalt" gewesen, weshalb die Freunde im "Goggo" die Heizung aufdrehen mussten. "Von wegen sonniger Süden", sagt Hömberg und lacht. "Einmal fing es sogar extrem stark an zu regnen." Über Italien sind die beiden Abenteurer später wieder nach Grevenbroich gefahren. "Nicht nur wir waren erstaunt, dass alles gut ging", sagt er.

Quelle: NGZ
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