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Grevenbroich
Mit der Straßenbahn ins gemeinsame Leben

Grevenbroich. Das Erfolgsrezept für eine lange Ehe - Siegfried und Hannelore Huckenbeck müssen es kennen, denn gestern vor 65 Jahren gaben sich die beiden vor dem Standesamt das "Ja"-Wort fürs Leben. "Wenn es mal Zwist gibt, sollte man mit einem Schwamm drüber wegwischen", sagt der 90-Jährige am Tag seiner Eisernen Hochzeit.

Den allergrößten Teil ihres Lebens sind seine 89 Jahre alte Frau und er gemeinsam durchs Leben gegangen. Siegfried Huckenbeck befand sich in der Lehrerausbildung, als er 1949 an einer Straßenbahn-Haltestelle in Mülheim an der Ruhr seine künftige Frau sah und erfuhr, dass die Bankangestellte "Hannelörken" heißt. Bald gab es ein weiteres, dann mehrere Wiedersehen.

Das Liebespaar heiratete 1950 standesamtlich und im Jahr darauf vor dem Kirchenaltar. Anfang der 1950er Jahre erhielt der Pädagoge eine Stelle an der damaligen Volksschule Graf-Kessel-Straße, später in Neurath. Tochter Christel hatte für kurze Zeit selbst ihren Vater als Lehrer. "Er war sehr konsequent - und er war gerecht", sagt sie.

Viele Schülergenerationen hat Siegfried Huckenbeck unterrichtet, etwa auch an der Realschule Bergheimer Straße, später leitete er bis 1987 die Realschule Südstadt. Bis heute kennt er lange Gedichte auswendig - und so mancher weiß, dass er selbst Limericks verfasste. 32 Jahre war er Vorsitzender des "Gartenbauvereins Neurath", den er wiederbelebt hatte. Gern ging das Paar auf Reisen - mit der Gruppe "Zugvögel" wurden etwa Griechenland, Italien und die Türkei erkundet. Hannelore Huckenbeck hielt die Erlebnisse in Alben fest. Hingebungsvoll kümmerte sie sich um die Familie mit zwei Töchtern, mittlerweile kamen vier Enkel und ein Urenkel hinzu. Und die von ihr gestrickten Socken sind nach wie vor vielerorts in Gebrauch.

Gefeiert wurde gestern an der Glück-Auf-Straße im kleinen Kreis, eine größere Feier ist 2016 - und zwar 65 Jahre nach der kirchlichen Trauung - geplant.

(cso-)
 
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