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Grevenbroich
Moderner Wohnpark war früher Kirche

Grevenbroich: Moderner Wohnpark war früher Kirche
Jürgen Maydeck (oben) vor dem Eingang der ehemaligen Kirche. Auf die Vergangenheit der Wohnanlage weist der alte Glockenturm hin (rechts); aus dem Hauptraum der Kirche wurde ein Versammlungsraum für Bewohner (links). Jürgen Maydeck (oben) vor dem Eingang der ehemaligen Kirche. Auf die Vergangenheit der Wohnanlage weist der alte Glockenturm hin (rechts); aus dem Hauptraum der Kirche wurde ein Versammlungsraum für Bewohner (links). FOTO: a. tinter
Grevenbroich. Wo bis vor neun Jahren evangelische Gottesdienste gefeiert wurden, leben heute rund 45 Menschen in 32 modernen Wohnungen des Bauvereins: Der Matthäushof in Grevenbroich zählt zu den interessantesten Wohnkomplexen im Kreis. Von Christian Kandzorra

Auf die kirchliche Vergangenheit des Wohnparks in der Grevenbroicher Südstadt weist heute auf den ersten Blick nicht mehr viel hin - beim genaueren Betrachten allerdings werden sie sichtbar, die Spuren der Matthäuskirche: Der alte Glockenturm etwa existiert bis heute - und da, wo einst ein Altar stand, ist heute ein gemütlicher Gemeinschaftsraum für Bewohner eingerichtet. Vor neun Jahren verkaufte die evangelische Kirchengemeinde das Gotteshaus zugunsten eines neuen Gemeindeamtes in der Innenstadt an den Grevenbroicher Bauverein. Der verwandelte die Kirche, die in den 1970er Jahren dort gebaut worden war, in einen modernen Wohnpark, in dem heute 32 Mietparteien - meist ältere Menschen - in barrierefreien Wohnungen leben und von der Diakonie betreut werden.

So wurde aus der Matthäuskirche der Matthäushof. "Der Kirchengemeinde war es wichtig, dass ihr Gebäude nach dem Verkauf sinnvoll genutzt wird. Wir erhielten damals den Zuschlag", sagt Hubert Zimmermann. Gemeinsam mit Michael Nowack steht er als Vorstand an der Spitze des Grevenbroicher Bauvereins, der auf dem rund 5300 Quadratmeter großen Grundstück 25 öffentlich geförderte Mietwohnungen sowie sieben weitere, frei finanzierte Wohnungen baute. "Im eigentlichen, früheren Kirchengebäude gibt es nun acht Wohnungen", erzählt Hubert Zimmermann. Interessant: Ein Teil des ehemals rund 500 Quadratmeter großen Kirchengebäudes ist in einen Versammlungsraum für die Bewohner umgewandelt worden, in dem Geburtstage und Weihnachtsfeten gefeiert werden. Zudem können sich die Bewohner der Anlage dort austauschen - die Nachbarschaft ist eine lebendige Gemeinschaft.

Einer, der ein Auge auf den Matthäushof hat, ist Haustechniker Jürgen Maydeck. Er kennt die Wohnanlage wie kaum ein anderer. "Die Außenhülle der alten Kirche ist größtenteils erhalten geblieben", erzählt der 54-Jährige, der alle Bewohner kennt und Zugang zu den Gemeinschaftsräumen hat. Beim regelmäßigen Nachbarschaftskaffee im Gemeinschaftsraum trifft er einige Bewohner, die größtenteils 65 Jahre und älter sind. Dazu zählt die 87-jährige Schwester Rosemarie, die früher für die katholische Pfarre in der ambulanten Pflege gearbeitet hat - auch in der Südstadt. Sie kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als in der Matthäuskirche regelmäßig Gottesdienste gefeiert wurden. "Als die Kirche 2006 entwidmet wurde, war ich traurig", sagt sie. Heute wohnt sie in einer der Wohnungen im ehemaligen Kirchenraum - und ist glücklich, näher am Stadtzentrum zu leben.

Die evangelische Kirchengemeinde eröffnete vor wenigen Wochen ihr neues Gemeindeamt an der Graf-Kessel-Straße in der Innenstadt, das zu einem großen Teil von dem Geld finanziert worden ist, das das Presbyterium durch den Verkauf der Südstadt-Kirche eingenommen hatte. Die Kirche sieht sich mit dem neuen Amt, in dem es auch eine neue Begegnungsstätte gibt und in dem auch eine der alten Glocken aus der Matthäuskirche hängt, gut für die Zukunft aufgestellt.

Quelle: NGZ
 
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