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Grevenbroich
Mönche starten ins ökumenische Jahr

Grevenbroich: Mönche starten ins ökumenische Jahr
Prior Bruno Robeck (links) und Pater Gregor Winter freuen sich aufs ökumenische Jahr. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Zum 500. Jahrestag der Reformation planen die Zisterzienser zahlreiche Begegnungen mit evangelischen Christen. Zudem werden sie sich im Sommer gemeinsam mit ihrem Freundeskreis auf die Spuren von Martin Luther begeben. Von Wiljo Piel

Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation haben die Langwadener Mönche ihr Klosterjahr unter das Motto der Ökumene gestellt. In den nächsten Monaten wird es nicht nur zu Begegnungen mit protestantischen Christen kommen, die Zisterzienser wollen sich auch auf die Spuren von Martin Luther begeben. Um das Jahresprogramm kümmert sich Pater Gregor Winter (51), der zwei Dinge mit dem Reformator gemeinsam hat. Wie Luther stammt er aus Erfurt und wurde - 492 Jahre später - im dortigen Dom zum Priester geweiht.

"Wir polarisieren nicht, sondern pflegen mit Protestanten ein gutes Miteinander", sagt Prior Bruno Robeck (47). Und das nicht nur im Luther-Jahr. Schon in den 1990er Jahren kamen evangelische Christen regelmäßig mit den Mönchen im Rahmen der "Ökumenischen Gemeindeakademie" zusammen, später wurden "Ökumenische Exerzitien im Alltag" angeboten. Daran wollen die Zisterzienser nun anknüpfen - mit einem Jahresprogramm, das unter dem Titel "Katholisch und Evangelisch auf dem Weg zu dem einen Gott" steht.

Zu den Programmpunkten zählt unter anderem das Spargelessen, zu dem sich der Freundeskreis des Klosters im Juni trifft. Gastredner wird diesmal Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sein, der bekennender Protestant ist und bis 2009 Mitherausgeber des Magazins "Chrismon" war. "Gröhe wird darüber berichten, wie er als Christ seinen politischen Alltag gestaltet", sagt Prior Bruno, der einen "spannenden Vortrag" erwartet. Er selbst schätze den Minister: "Er ist sehr authentisch."

Ebenfalls im Juni werden sich die Mönche mit dem Freundeskreis auf den Weg nach Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt machen, um dort den Spuren Martin Luthers zu folgen. Stationen werden unter anderem Eisenach und die Wartburg sein, aber auch Wittenberg, wo der Reformator angeblich seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche nagelte. "Zum Besuchsprogramm gehört auch die Stadt Leipzig", sagt Pater Gregor: "Dort werden wir in der Thomaskirche gemeinsam an einer Motette teilnehmen."

Im Juli werden die Mönche zu einem Chorkonzert einladen. Dann ist der Thüringische Akademische Singkreis beim Abendlob ebenso zu Gast im Kloster wie die evangelische Pfarrerin Monika Ruge. Darüber hinaus plant die Evangelische Gemeinde im Juni einen Weg mit zehn "Stationen der Zuversicht" zwischen Wevelinghoven und dem Kloster Langwaden. Auch eine Bilderausstellung zu biblischen Motiven von evangelischen Jugendlichen ist geplant.

Pater Gregor Winter wird im Mai den evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg besuchen - "um dort Kontakte zu knüpfen und mit neuen Ideen ins Kloster zurückzukommen", sagt er. Was der 51-Jährige an den Protestanten schätzt: Das große Vertrauen in das Wort Gottes und die Wertschätzung für die Musik. "Wenn das letzte Orgelstück erklingt, stehen die Gläubigen dort nicht auf und verlassen die Kirche - die Liedkultur ist eine andere."

Quelle: NGZ
 
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