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Grevenbroich
Museum erinnert an die Stimme des "kleinen Nick"

Grevenbroich: Museum erinnert an die Stimme des "kleinen Nick"
Hans Georg Lenzen mit seiner geliebten Baskenmütze. FOTO: M. Lenzen
Grevenbroich. Hans Georg Lenzen aus Neukirchen übersetzte die bekannten Satiren. Von Wiljo Piel

Bekannt war er als der Großvater des "Kleinen Nick". Hans Georg Lenzen aus Neukirchen übersetzte die berühmten französischen Kinderbuchserie von René Goscinny (Autor) und Jacques Sempe (Illustrator) viele Jahre lang ins Deutsche. Dass er weitaus mehr konnte, wird eine Ausstellung zeigen, die am 17. September in der Villa Erckens eröffnet. Unter dem Titel "Glücksmomente" werden Bilder, Zeichnungen und Lithographien des 2014 im Alter von 93 Jahren verstorbenen Professors gezeigt. Und auch Gedichte aus Lenzens Feder werden ausgestellt - die sind auch heute noch in vielen Schul-Lesebüchern zu finden.

"Mein Mann war ein wundervoller Texter", sagt Ehefrau Marcelle, die das städtische Kulturteam maßgeblich bei den Vorbereitungen der Ausstellung unterstützt. Lenzens Jugendbuch "Die blaue Kugel" wurde beispielsweise 1961 als eines der "schönsten deutschen Bücher" ausgezeichnet. Und die gereimten "Onkel Tobi"-Geschichten, die in 60ern und 70ern erschienen, sind auch heute noch sehr beliebt. "Großmütter, die sie als Kinder gelesen haben, verschenken sie mittlerweile an ihre Enkel", sagt Marcelle Lenzen.

Der gebürtige Moerser, der 30 Jahre in Neukirchen lebte und bis 1986 an der Fachhochschule Düsseldorf im Fachbereich Design, Gestaltungslehre und Illustration lehrte, war ein Multitalent. Vor allem künstlerisch war Lenzen produktiv, er schuf unzählige Aquarelle, die vor Licht und Farbe geradezu strotzen - obwohl sie Motive wie den Ruhrpott zeigen. "Sie strahlen eine positive Energie aus", sagt Marcelle Lenzen. Ihr Mann habe damit dem Betrachte eine Botschaft vermitteln wollen: "Feiere die Schöpfung!"

Neben Lithographien und Bildern werden Kugeln gezeigt, die Hans Georg Lenzen unter dem Motto "Wie es auf der Welt zugeht" bemalte. Auch seine vielen Skizzenbücher werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Was nicht gezeigt werden kann: "Mein Mann war sehr musikalisch", sagt Marcelle Lenzen: "Er spielte Klavier, Gitarre, Balalaika, Dudelsack, Bandoneon und Laute - und am liebsten improvisierte er." Und wenn der Künstler für seine Frau auf dem Akkordeon spielte, befreite er sich auf diese Weise auch mal von der Aufgabe des Kartoffelschälens in der Küche. "Darin war er übrigens nicht so talentiert", berichtet Marcelle Lenzen schmunzelnd.

"Der kleine Nick", ein Dauerbrenner in der Kinderliteratur, wird natürlich auch in der Ausstellung behandelt. Die Geschichten des Erfinders von "Asterix und Obelix" übersetzte Hans Georg Lenzen ab den 60ern bis zu den Neuauflagen um die Jahrtausendwende. "Er beherrschte nicht nur die deutsche, sondern auch die französische Sprache perfekt", sagt die Witwe: "Überall in Frankreich wäre er als Bretone durchgegangen." Vielleicht kam daher auch seine Vorliebe für die "National-Kopfbedeckung" der Franzosen. Wann immer es ging, trug Lenzen eine Baskenmütze.

Quelle: NGZ
 
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