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Grevenbroich
Museum lehrt heimische Sitten

Die gelbe Villa Erckens auf der Erft-Insel ist nicht nur optisch ein Kleinod. Sie bietet vor allem für Neubürger eine interaktive "Heimatausstellung", die ihres Gleichen sucht. In der Dauerausstellung "Redensarten" werden für Augen und Ohren ein spannender Rundumschlag und eine umfassende Einführung über "Gebräuche und Sitten" der Grevenbroicher und der Niederrheiner generell geboten.

Was andernorts in der Republik das A und O darstellt, das ist am Niederrhein das O und i, wie in Grevenbroich oder Korschenbroich. Mit besagtem Dehnungs-oi hat der Fremdling am Niederrhein auch anfangs die größten Ausspracheschwierigkeiten. Mit Hörbeispielen wird der Museumsbesucher denn auch gleich eingangs dieser Ausstellung empfangen.

Was für die Ohren gibt es an etlichen Stellen, dazu auch die Schreibweise der Mundart-Begriffe. Da wird deutlich, weshalb sich alte Niederrheiner immer wieder gerne erzählen, Hochdeutsch sei ihre erste Fremdsprache in der Schule gewesen. Weshalb das so war, zeigt ein Beispiel: "fünef Liter Milich". Typische Spezialitäten der heimischen Koch- und Backkunst fehlen auch nicht. Mag sich manch ein Fremdling schon gewundert haben, wenn in niederrheinischen Cafés die nur hierzulande bekannte "Grillage-Torte" offeriert wurde, so klärt ihn die Ausstellung im Wortsinne auch über Irrtümer auf. Denn das gute Stück Torte wird hierzulande oft recht putzig ausgesprochen und klingt Fremden verdächtig wie "Grill-Ar..." in den Ohren.

Mundart, Redensart, deftige Köstlichkeiten, Kirche und Glaubensfragen, die regionale Energiegewinnung und die typischen niederrheinischen Landschaften präsentiert die Villa Erckens. Und anschaulicher geht es kaum noch: In einem gut und spannend gemachten Film wird das Grevenbroicher Schützenfest dokumentiert. Fazit: Da will man oder Frau das nächste Mal dabei sein.

(gt)
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