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Grevenbroich
Museum zeigt die Stadt in den 50ern

Grevenbroich: Museum zeigt die Stadt in den 50ern
Auf dem Marktplatz herrschte zu Zeiten des Wirtschaftswunders jeden Tag reges Treiben. Im Hintergrund das Alte Rathaus.
Grevenbroich. Ende Mai soll eine Ausstellung in der Villa Erckens vermitteln, wie Grevenbroich in den 1950er und 60er Jahren ausgesehen hat. Das Kultur-Team sucht Fotos und persönliche Geschichten. Das Stadtarchiv gibt einen Vorgeschmack. Von Christian Kandzorra

Die Wirtschaft erlebt einen gewaltigen Aufschwung, Deutschland wird Fußball-Weltmeister, im Radio läuft Jazz und Rock'n'Roll - und der Nierentisch hält Einzug in den Wohnzimmern der Nation: Das waren die 1950er und 60er Jahre. Auch die Stadt Grevenbroich hat die Nachkriegszeit nachhaltig geprägt. Ab dem 25. Mai soll eine Ausstellung im Dachgeschoss der Villa Erckens zeigen, wie Grevenbroich damals aussah und wie sich die Stadt im Laufe der Zeit verändert hat. Die Organisatoren um Thomas Wolff vom Stadtarchiv suchen dafür Fotos, zeitgenössische Gegenstände und persönliche Geschichten, die zwischen 1949 und 1965 Teil des Alltagslebens in der Schlossstadt waren.

Thomas Wolff plant die Ausstellung - und gibt mit einigen historischen Stadtansichten schon jetzt einen Vorgeschmack. "Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten im damaligen Kreis Grevenbroich viele Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten eine neue Heimat", erklärt der Fachdienstleiter.

Geschäfte an Kölner und Breite Straße Anfang der 60er Jahre. FOTO: stadtarchiv

Was viele nicht wissen: Die Rationierung von Lebensmitteln endete erst 1950, als sich langsam das Wirtschaftswunder bemerkbar machte. "Die Grevenbroicher Industrie erlebte in den 1950er Jahren einen starken Aufschwung. Zum Beispiel die Maschinenfabrik Buckau-Wolf, bei der damals mehr als 2000 Menschen arbeiteten."

Im Jahr 1954 wurde zudem das Kraftwerk Frimmersdorf gebaut und mit Elfgen zum ersten Mal ein größeres Dorf wegen des fortschreitenden Braunkohlentagebaus umgesiedelt. Andere Firmen wie etwa das Textilunternehmen Erckens (nach der Familie ist auch das Museum Villa Erckens auf der Stadtparkinsel benannt) schlossen damals ihre Pforten für immer.

Die "Esso"-Tankstelle an der Rheydter Straße - damals noch ohne Dach.

Doch nicht nur die Industrie soll Teil der neuen Ausstellung im Museum werden. "Es geht auch um die Musik- sowie die Konsumkultur dieser Zeit", erklärt Thomas Wolff. Besonders sei etwa ein Auftritt der Schlagersängerin Cornelia Froboess ("Pack die Badehose ein") gewesen. Und: Viele Grevenbroicher trafen sich bis in die 1960er Jahre am sogenannten Corso-Kino an der Bahnstraße, wo die Deutsche Bank heute eine Filiale betreibt. "Zu dieser Zeit kamen auch Musikrichtungen wie Rock'n'Roll und Jazz in Mode, die auch in vielen Gaststätten gespielt wurden, in denen die Grevenbroicher damals ihre Freizeit verbracht haben."

Quelle: NGZ
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