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Grevenbroich
Nach dem Fest kommt die Umtausch-Welle

Grevenbroich: Nach dem Fest kommt die Umtausch-Welle
Petra Rätz (links) tauschte gestern im Laden von Heiner Schnorrenberg eine Herren-Handtasche um, die ihrem Mann zu klein ist. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Viele Grevenbroicher tauschen doppelte oder falsche Geschenke um. Das macht sich bei den Händlern bemerkbar. Die zeigen sich kulant. Von Christian Kandzorra

Zu groß, zu klein, die falsche Farbe: Wie der nordrhein-westfälische Handelsverband mitteilt, werden 2,5 Prozent aller Weihnachtsgeschenke (jedes 40. Präsent) nach dem Fest umgetauscht. Vor einigen Jahren war die Zahl noch deutlich höher. "Die meisten Menschen kaufen heute bewusster Geschenke", sagt Einzelhändler Heiner Schnorrenberg, der in der Innenstadt ein Lederwaren-Geschäft betreibt.

FOTO: "Tinter, Anja (ati)"

Trotzdem: Am ersten Werktag nach Weihnachten haben auch bei ihm einige Kunden ihr Geschenk gegen einen anderen Artikel oder einen Gutschein getauscht. "Ich habe den Eindruck, dass in diesem Jahr etwas mehr Waren umgetauscht werden als sonst. Aber das ist immer noch kein Vergleich - vor 25 Jahren etwa waren es noch viel, viel mehr Umtauschgeschäfte", sagt er.

Eine unschöne Überraschung erlebte Jutta Hinze aus Grevenbroich unter dem Tannenbaum: Ein Freund ihres Sohnes war ihr mit dem Geschenk zuvor gekommen - und das 60 Euro teure Buch über das Rockfestival "Wacken" war plötzlich doppelt vorhanden. "Ich bin froh, dass ich es umtauschen kann", sagte Jutta Hinze, die den Artikel gestern in der Mayerschen Bücherstube zurückgegeben hat. "Wir bieten unseren Kunden einen problemlosen Umtausch bis zum 9. Januar an", erklärt Filialleiter Dirk Lengersdorf. Eigentlich müssten Einzelhändler die Waren nicht zurücknehmen, wenn sie keinen Defekt aufweisen. Doch die meisten Händler in Grevenbroich zeigen sich kulant - schließlich wollen sie ihre Kunden binden und Stammkunden nicht vergraulen.

FOTO: "Tinter, Anja (ati)"

Interessant: Bei manchen Einzelhändlern zeigt die Beratung, dass es doch das richtige Geschenk war. "Den Fall hatten wir im Geschäft. Da wollte eine Frau ihr neues Portemonnaie, das ihr zu Weihnachten geschenkt worden war, zurückgeben. Sie dachte, es sei zu groß - doch bei der Beratung hat sich herausgestellt, dass es eben doch genau das richtige Modell war", erzählt Heiner Schnorrenberg, der im Falle eines Umtauschs aber nur selten Bargeld zurückgibt. "Das sagen wir unseren Kunden auch im Vorfeld. Die meisten wollen aber ihre Ware nur gegen einen anderen Artikel tauschen - oder nutzen bei späterer Gelegenheit einen Gutschein."

Eine Bedingung für den Umtausch in fast allen Geschäften: der originale Kassenbon. "Ohne den können wir die Waren natürlich nicht zurücknehmen", sagt Medi-Max-Filialleiter Andreas Fiege, der das mit dem Umtausch-Geschäft nach Weihnachten schon kennt. "Das ist jedes Jahr so - aber nichts Außergewöhnliches", erzählt er. Was sich aber in seinem Geschäft bemerkbar macht, sind die Gutscheine. "Viele Kunden lösen jetzt Gutscheine ein, die sie zu Weihnachten geschenkt bekommen haben."

Auch in den nächsten Tagen rechnen die Grevenbroicher Einzelhändler mit Umtauschgeschäften und Einlösungen von Gutscheinen. Wer sein Geschenk zurückgeben möchte, sollte die häufig geltende Frist von 14 Tagen beachten.

Quelle: NGZ
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