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Grevenbroich
Nach Kita-Streik: Eltern können sich noch Geld von der Stadt holen

Grevenbroich. Der große "Run" ist offenbar ausgeblieben: Lediglich 93 von 434 Eltern haben bei der Stadt die Rückzahlung von zu viel gezahlten Kindergarten-Beiträgen beantragt. Das geht aus einer aktuellen Stellungnahme von Bürgermeister Klaus Krützen hervor. Er reagierte damit auf eine Anfrage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Markus Schumacher.

Während der langen bundesweiten Tarifauseinandersetzungen in der ersten Jahreshälfte 2015 war an vier Tagen auch in mehreren Grevenbroicher Kindertagesstätten gestreikt worden: Viele Eltern mussten ihren Nachwuchs in dieser Zeit in privater Initiative unterbringen. Obwohl sie Kita-Beiträge zahlten, erhielten sie an den Streiktagen dafür keine Leistungen - und hatten auch noch Mehraufwand.

"Die Stadt hat für die Streikenden in dieser Zeit kein Gehalt gezahlt, so dass wir von den betroffenen Eltern zu viele Beiträge abverlangt haben", so Bürgermeister Klaus Krützen. Der Rat hatte sich daher dazu entschlossen, eine Rückzahlung zu ermöglichen. Ursprünglich hatte die Verwaltung damit gerechnet, dass sie einen Gesamtbetrag von etwa 10.400 Euro zurückerstatten müsste. Weil bisher aber nur 93 Eltern ihre Ansprüche geltend gemacht haben, seien bislang lediglich 3050 Euro überwiesen worden, teilt Klaus Krützen mit.

Die Stadtverwaltung sei nach Meinung des Bürgermeisters ihrer Informationspflicht nachgekommen. Sie habe die Eltern in Aushängen in den Kindertagesstätten auf die Rückerstattungen aufmerksam gemacht, zudem seien Pressemitteilungen herausgegeben worden. Dieses Verfahren sei vom Jugend-Fachbereich auch nach der Streikankündigung für den 27. April diesen Jahres angewendet worden, so Klaus Krützen.

FDP-Fraktionschef Markus Schumacher rät Eltern, von der Rückerstattung Gebrauch zu machen: "Das sollte genutzt werden, die Stadt verschenkt quasi Geld", sagt er. Da es für die Rückzahlung keine Frist gibt, haben Mütter und Väter noch immer die Gelegenheit, sich an die Stadtverwaltung zu wenden. Formlose Anträge können an den Fachbereich Jugend im Grevenbroicher Rathaus gerichtet werden. Wie es geht, darüber informiert die Stadt auf der Startseite ihrer Homepage unter www.grevenbroich.de.

(wilp)
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