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Grevenbroich
Netzwerk hilft Menschen mit Handicap

Grevenbroich: Netzwerk hilft Menschen mit Handicap
Die St.-Augustinus-Behindertenhilfe öffnete gestern das "Netzwerk Oelgasse". Diakon Manfred Jansen (2.v.r.) segnete die Räume an der Oelgasse 12, Bürgermeisterin Ursula Kwasny (r.) fungierte als "Messdienerin". FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Mit dem "Netzwerk Oelgasse" will die St.-Augustinus-Behindertenhilfe behinderte Menschen im Alltag unterstützen. In das erste Angebot für Grevenbroich investierte der Träger rund 70 000 Euro. Gestern eröffnete das "inklusive Café". Von Daniela Buschkamp

In Neuss heißt das vergleichbare Angebot der St. Augustiner-Behinderthilfe "Jedermann". Geführt hat es Roland Großner (51). Er ist nun der Bereichsleiter für Grevenbroichs erstes Netzwerk der St. Augustinus-Behindertenhilfe, das "Netzwerk Oelgasse": "Wir wollen mit einem Café einen Treffpunkt für alle Menschen bieten", kündigt Roland Großner an.

Zudem sollen Behinderte dort Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben finden oder Beschäftigungsangebote nutzen können. Rund 70 000 Euro hat die Behindertenhilfe in das Projekt investiert; etwa 30 000 Euro steuerte die Förderorganisation "Aktion Mensch", 4000 Euro die Caritas-Stiftung Heinz Kröly dazu.

Im Rhein-Kreis Neuss unterhalten die Augustiner drei Netzwerke: zwei in Neuss, eines in Dormagen: "Sie werden sehr gut genutzt", sagt Thilo Spychalski (46), Geschäftsführer der St. Augustinus-Kliniken. Mit dem neuen Angebot an der Oelgasse 12 decke man nun alle größeren Städte im Kreis ab, ein Ausbau sei nicht geplant. An den laufenden Kosten werde Spychalski zufolge der Sozialhilfeträger beteiligt. Zudem suche man Ehrenamtler und Sponsoren - nur mit deren Unterstützung könne der Betrieb gesichert werden.

Gestern wurden die Räume unweit des Marktplatzes offiziell eröffnet. Helles Holz am Boden, weiße Möbel, bunte Stühle und eine kleine Dachterrasse gehören zur Ausstattung. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zeigte sich nicht nur beeindruckt vom fulminanten Kuchenbuffet ("Hier komme ich öfter hin"), sondern lobte auch das Netzwerk als Beitrag zur Inklusion. Bürgermeisterin Ursula Kwasny würdigte es als "eine Bereicherung für die Stadt". Anschließend fungierte die Verwaltungs-Chefin als "Messdienerin" für Diakon Manfred Jansen, der die Einrichtung segnete. Auf zwei Etagen wurde seit Juni an der Oelgasse 12 umgebaut. Im Erdgeschoss ist ein 40 Quadratmeter großes Café eingerichtet worden. "Dort werden wir günstig Kaffee und selbst gebackenen Kuchen anbieten", erläutert Heike Schellhaas (50). Sie kümmert sich als stellvertretende Einrichtungsleiterin um die Dienste "Zuhause" (Ambulant betreutes Wohnen) und um die Tagesstrukturierung. Das Café sei an fünf Wochentagen und alle vier Wochen samstags für jeden Interessierten geöffnet. Zudem sind weitere Veranstaltungen geplant. Die erste Ausstellung bestreitet der Südstädter Johannes Geenen (85) mit rund 30 Zeichnungen.

Neben dem Kontakt im "inklusiven Café" könnten Klienten der Behindertenhilfe zudem Beratung oder Freizeitangebote nutzen. Sie sollen sich auch um den Betrieb des Cafés kümmern; dazu gehört das Backen von süßem Naschwerk in der neu eingerichteten Küche. Roland Großner rechnet damit, langfristig "bis zu 20 Klienten" betreuen zu können. Allerdings mahnt er zu Geduld: "Wir haben zwar jetzt eröffnet, aber es wird einige Zeit dauern, bis das Netzwerk aufgebaut ist." Am Anfang sei es wichtig, dass Fußgänger ihre Schwellenangst überwinden: "Hier kann jedermann einfach mal reinkommen."

Quelle: NGZ
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