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Grevenbroich
Neue Kritik an Wasserpreis-System der GWG

Grevenbroich. Frimmersdorfer fühlt sich an Hotline abgewimmelt. Bauverein: Bis zu 50 Prozent mehr Wasserkosten.

Tausende GWG-Kunden erhalten jetzt ihre Wasserabrechnungen - und so mancher dürfte verblüfft sein. Erstmals macht sich das im Oktober 2014 eingeführte Preissystem des Versorgers deutlich bemerkbar. "Statt des bisherigen Grundpreises von 118,80 Euro müssen wir einen Systempreis von 166,82 Euro im Jahr bezahlen", erklärt Lothar Maye aus Frimmersdorf. "Dies entspricht 40 Prozent Erhöhung. Ich finde das nicht in Ordnung. Ich möchte, dass GWG mir erklärt, wie es zu dem höheren Preis kommt." Der 71-Jährige ist auch über anderes verärgert: Er habe bei der Info-Line "nur mangelhafte Auskunft erhalten". Er habe gebeten, ihm das Schreiben, in dem über die Erhöhung informiert worden sein, nochmals zuzusenden. "Darauf sagte die Gesprächspartnerin, dass das nicht gehe und sie nicht ins System komme. Ich fühlte mich abgewimmelt. Das entspricht nicht einer seriösen und informativen Auskunftsstelle", erklärt Maye.

"Unsere Mitarbeiter an der Hotline sind bezüglich des neuen Wasserpreises geschult und sollten die richtige Auskunft geben", sagt GWG-Sprecherin Ursula Wolf-Reisdorf. GWG habe die Preise eingeführt, nachdem die Kartellbehörde ein einheitliches System angemahnt habe. Bis dahin galten im Stadtgebiet unterschiedliche Verbrauchspreise. Nun wird ein günstigerer Verbrauchspreis (0,98 statt 1,37/1,18 Euro je Kubikmeter) berechnet und der neue Systempreis, der höher ist als der frühere Grundpreis. Wolf-Reisdorf begründet dies mit gestiegenen Infrastruktur-Kosten. Eine andere Änderung wird sogar das Landgericht Mönchengladbach beschäftigen: Der Systempreis ist nicht je Zähler, sondern für jede Wohnung zu zahlen. "Das belastet viele Mieter in Mehrfamilienhäusern mit nur einem Zähler", kritisiert Hubert Zimmermann, Vorstand des Bauvereins Grevenbroich. Er hat für Bauverein-Mieter Wasserkosten-Steigerungen um oft 30 bis 50 Prozent und mehr ermittelt. Bauverein und Erftsiedlungsgenossenschaft Gindorf erhoben Klage, sie beantragten laut Zimmermann festzustellen, dass die Preis-Anpassung "gegenüber den Klägern unwirksam ist". Der Termin am Gericht sei im April 2016.

(cso-)
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