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Grevenbroich
Neuer Chefarzt bringt Patientenzulauf

Grevenbroich. Investitionen in neue Untersuchungstechnik und verträglichere Narkosen haben unter dem neuen Chefarzt der Gastroenterologie und Onkologie, Dr. Frank Grünhage, dem Kreiskrankenhaus zusätzliche Patienten beschert. Von Gundhild Tillmanns

Wer in große Fußstapfen treten muss, geht am besten neue Wege: Mit diesem Grundsatz hat Dr. Frank Grünhage mittlerweile erfolgreich die Nachfolge von Dr. Friedrich Wilhelm Korsten als Chef der Klinik für Gastroenterologie und Onkologie am Kreiskrankenhaus St. Elisabeth übernommen. 25 Jahre lang war Korsten dort der Chef. Sein 44-jähriger Nachfolger sagt: "Man muss schon Gas geben, wenn man neu anfängt." Und das hat er seit seinem Dienstantritt im Dezember gleich in mehrfacher Hinsicht getan.

Das Mitarbeiterteam von Dr. Grünhage ist auf nunmehr vier Oberärzte erweitert worden. Oberarzt Daniel Vidacecks Schwerpunktgebiet sind endoskopische Eingriffe. Und er ist gemeinsam mit anderen an einem Verbesserungsprojekt der internistischen Notaufnahme betraut, um dort die Wartezeiten für die Patienten zu verkürzen. "Wir wollen die elektiven Patienten besser von den Notfallpatienten trennen", sagt der neue Chefarzt. Das solle eben auch durch mehr Personal und eine Oberarztpräsenz in der Ambulanz geschehen. "Wir sind aber noch am Anfang dieses Projektes", betont Grünhage.

Für die Patienten bereits deutlich bemerkbar sind indes die erheblichen Investitionen in neue moderne Untersuchungsgeräte, die allesamt bereits mit dem neuen Chefarzt "ins Haus gekommen sind". Mehr Komfort bei den Untersuchungen durch den Einsatz verträglicherer Schlafmittel und eine verbesserte Diagnostik, verbunden mit neuen Apparaten und medizinischen Fortbildungen, haben sich laut Grünhage auch bereits positiv auf den Patientenzulauf ausgewirkt. Der neue Chefarzt freut sich besonders darüber, dass sein eifriges "Klinkenputzen" gleich zu Beginn bei den niedergelassenen Ärzten in Grevenbroich schon Erfolge zeigt. So sei die Zahl der von den heimischen Ärzten zugewiesenen Patienten in der kurzen Zeit bereits gestiegen. "Das liegt natürlich auch daran, dass wir jetzt ganz neue Möglichkeiten vorhalten können", betont der Chefarzt. So wurden alleine für etwa 330.000 Euro neue Endoskopiegeräte und die Möglichkeit zur CO2-Koloskopie angeschafft. Bei Darmspiegelungen können nun durch Kohlendioxid-Zufuhr die lästigen Blähgefühle und mögliche Schmerzen nach der Untersuchung deutlich gemindert werden, wie der Facharzt erläutert. In eine neue Endosonographie-Einheit wurden weitere 200.000 Euro vom Kreiskrankenhaus investiert. Mit diesem zusätzlichen endoskopischen Ultraschall lassen sich laut Chefarzt die Organe von innen (bei einer Magenspiegelung) noch eingehender betrachten. Auch spezielle Eingriffe können über die Endosonographie nun angeboten werden. So ließen sich auch an schwierigen Stellen Proben entnehmen, was vor allem bei Tumorpatienten wichtig sei. Zum neuen technischen Neuerungen gehört außerdem die Einführung der Endoskopischen Submukosadissektion, kurz ESD, die eine spezielle Technik zum Abtragen von großen Polypen in Darm, Speiseröhre oder Magen ermöglicht.

Anders, als bei der "Schlüssellochchirurgie" (minimalinvasiven Eingriffen) ist bei dieser Technik kein Hautschnitt nötig, wie Dr. Grünhage erläutert. Betäubt wird dabei mit einer Schlafspritze, genauso wie bei jeder Darmvorsorgeuntersuchung.

Neuerungen gibt es auch bei den Narkosen während der Untersuchungen und Minimaleingriffe bei den inneren Organen: "Wir haben die Sedierung umgestellt und die Überwachung auch mit entsprechenden Monitoren intensiviert", berichtet Frank Grünhage. Die neuen Mittel seien verträglicher für den Patienten und bauten sich leichter ab. Der Patient schläft tiefer", macht der Grevenbroicher Chefarzt auch zugleich Mut, die ab dem 55. Lebensjahr für alle empfohlenen und von den Krankenkassen finanzierten Darmkrebsvorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen.

Quelle: NGZ
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