| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Neuer Jugendtreff hilft bei der Integration

Grevenbroich: Neuer Jugendtreff hilft bei der Integration
Julia Jendrny vom Jugendmigrationsdienst mit jungen Flüchtlingen, die jetzt im Café Kultus einen regelmäßigen Treffpunkt haben. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Der Jugendmigrationsdienst kooperiert jetzt mit dem Café Kultus am Marktplatz. Jeden Freitag wird das Haus zu einer Begegnungsstätte. Von Christian Kandzorra

Wenn Flüchtlinge die Stadt Grevenbroich erreichen, haben sie viele Sorgen. Sie müssen den Alltag in einem fremden Land meistern - und haben oft kaum soziale Kontakte zu deutschen Bürgern. Das will der Jugendmigrationsdienst der katholischen Jugendagentur ändern. Und zwar mit einem Café, in dem sich junge Flüchtlinge und Jugendliche aus der Stadt Grevenbroich regelmäßig zum Austausch treffen können.

"Viele der Neuankömmlinge haben in ihrer Freizeit nur sehr wenige Kontakte zu anderen Jugendlichen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, eine Art ,Come-Together', also einen Treffpunkt für junge Menschen, ins Leben zu rufen", erzählt Julia Jendrny, die den Jugendtreff in Kooperation mit dem Café Kultus am Markt organisiert.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Jeden Freitag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr kommen bis zu 50 Jugendliche in das gemütliche Café, um zum Beispiel Billard, Dart oder Tischkicker zu spielen. "Da kommt es oft nicht wirklich auf die Sprache an, die man spricht", sagt Leonie Bronkalla, die seit Beginn des Projekts mit dabei ist und von einem "persönlichen Miteinander" spricht. "Ich unterhalte mich oft auf Englisch mit den Jugendlichen. Die Atmosphäre ist locker, und das gefällt mir", sagt die 19 Jahre alte Grevenbroicherin.

Das Projekt soll aber nicht nur Flüchtlinge ansprechen. "Unser Angebot richtet sich an alle Jugendlichen", betont Caroline Di Totto vom Jugendmigrationsdienst, der übrigens sein Büro über dem Café Kultus hat. Das Café um Betreiber Stefan Wehlings will mit dem Kooperationsprojekt ein Zeichen dafür setzen, dass alle Jugendlichen dort willkommen sind - egal wo sie herkommen. "Der Jugendtreff nimmt vielen Jugendlichen, denen Grevenbroich vielleicht erst einmal fremd ist, eine Hemmschwelle. Ich habe schon oft beobachtet, dass jugendliche Flüchtlinge auch unter der Woche ins Café kommen", berichtet Stefan Wehlings.

Der Jugendtreff, der vor einem Monat startete, ist also durchaus effektiv. "Wir freuen uns, dass er so gut angenommen wird. Aber wir suchen noch mehr Ehrenamtler, die dabei sein wollen. Vor allem jüngere Leute, die sich engagieren möchten", erzählt Julia Jendrny. Das Angebot des Migrationsdienstes richte sich in erster Linie an Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren.

Finanziert wird das neue Projekt mit Mitteln des Erzbistums Köln. "Begegnung ist die zentrale Idee. Sie soll bei den Jugendlichen einen Teil zur Integration beitragen", sagt Diplompädagogin Caroline Di Totto. Wer freitags im Café Kultus ist, merkt jedenfalls nichts mehr von den Sorgen der Flüchtlinge. "Hier können sie ganz normal sein, eben einfach jugendlich. Und das ist uns ein wirklich großes Anliegen", ergänzt Stefan Wehlings.

Liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Meinung zu RP Online ist uns wichtig. Anders als sonst bei uns üblich gibt es allerdings an dieser Stelle keine Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Zu unserer Berichterstattung über die Flüchtlingskrise haben wir zuletzt derart viele beleidigende und zum Teil aggressive Einsendungen bekommen, dass eine konstruktive Diskussion kaum noch möglich ist. Wir haben die Kommentar-Funktion bei diesen Themen daher vorübergehend abgeschaltet. Selbstverständlich können Sie uns trotzdem Ihre Meinung sagen – per Facebook oder per E-Mail.

Quelle: NGZ
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.