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Grevenbroich
Neuer leitender Pfarrer ist jetzt im Amt

Grevenbroich: Neuer leitender Pfarrer ist jetzt im Amt
Pfarrer Meik-Peter Schirpenbach wurde gestern in sein Amt eingeführt. FOTO: Georg Salzburg
Grevenbroich. Im November hatte er den neuen Job als Pfarrer für Grevenbroich und Rommerskirchen, also 21 Gemeinden, zugesagt. Gestern hielt Pfarrer Meik-Peter Schirpenbach seine erste Predigt - wie immer frei und mit Blick für seine Zuhörer. Von Valeska von Dolega

Wie gewohnt hatte Meik Schirpenbach seine Predigt nicht ausformuliert und per Computer ausgedruckt. Wie gewohnt waren es lediglich Stichworte, die der neue Pfarrer bei seiner ersten Predigt auf Notizzetteln notiert hatte. Ein Bibeltext, in dem Jesus seine Jünger bittet, ihm zu sagen, für wen sie ihn hielten, war Ausgangspunkt. Und begeistert folgte die Gemeinde dem Fazit des Pfarrers: Jesus setzt nicht auf Erfolgstypen, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen, die "gelassen und entspannt" durch ihren Glauben sind.

Nein, nervös war er vor der offiziellen Amtseinführung "gar nicht. Großereignisse nehme ich gelassen hin", bekannte Pfarrer Meik Schirpenbach im Gespräch mit unserer Redaktion. Bereits im November hatte er die neuen Aufgaben zugesagt, "seitdem habe ich schon viele Menschen aus den Gemeinden kennenlernen können".

21 Gemeinden sind es, die die sogenannten vier Seelsorgebereiche bilden, erklärt er die umfänglichen Aktivitäten. Er ist leitender Pfarrer, wird dabei von vier hauptamtlichen Verwaltungsleiterinnen, eine Neuerung im Erzbistum Köln, unterstützt, zum Team gehören insgesamt 16 Seelsorger. "Ich muss nicht alles alleine managen", verweist er auf seine Mitarbeiter mit besonderem Blick auf die "vielen ehrenamtlich tätigen Helfer".

Ehe er konkrete Aufgaben benennt, möchte er zunächst seine Gemeinden kennenlernen. "Mit dem Rad habe ich die einzelnen Orte bereits erkundet", erzählt der Pfarrer, der zuvor in Bonn arbeitete, über seine "Neugierde zu erfahren, wo und wie die Menschen hier leben". Außerdem erlebte er bereits das Wewelinghovener Schützenfest, sein Resümee nach den ersten Kontakten, die ebenso umfänglich wie verschiedenartig waren: "Ich bin angetan von der Offenheit." Auch die Intaktheit der einzelnen Dörfer, "in sich funktionierend, aber keine geschlossene Welt, ganz im Gegenteil", haben es ihm nachhaltig angetan.

Natürlich ist eine der "Herausforderungen" in seinem umfänglichen Aufgabenkatalog, die einzelnen Leute in Zeiten schwindender Gemeindegliederzahlen wieder für Kirche zu begeistern. "Wie geben wir den christlichen Glauben an die nächste Generation weiter, ohne bloß zu erhalten?", formuliert er es. Zuletzt in Bonn hatte seine Gemeinde "mehr Geburten als Begräbnisse" zu feiern, dort war er laut Eigenaussage "halb Pfarrer, halb Jugendseelsorger". Dass er dort quasi von null eine interessierte, junge Gemeinde begeistern konnte, liegt an seinem ungewöhnlichen Blick auf die Bedeutung, Christ zu sein. "Als Christ kannst Du gelassen auf dein Leben gucken", formuliert er eine gewisse "Coolness, die die Beziehung zu Gott" hervorbringt. Schirpenbach spricht eine moderne Sprache, ungestelzt, klar und irgendwie am Puls der Zeit.

Ist er mal nicht Pfarrer ("Unsereins macht montags gerne frei"), widmet der Kunstgeschichtler sich seinen Hobbys. "Ich bin ein Augenmensch", Plan B zur Theologie wäre ein Studium der Architektur gewesen. Zu seinen liebsten Beschäftigungen zählt die Malerei. Motive findet er jetzt in den 21 Gemeinden.

Quelle: NGZ
 
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