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Grevenbroich
Neuer Platz für mehr als 200 Jahre altes Gedenkkreuz

Grevenbroich. Ein mehr als 200 Jahre altes Gedenkkreuz in Neukirchen soll einen neuen Standort erhalten. Damit befasst sich heute der Planungsausschuss. Der bislang auf einem Grundstück an der Hülchrather Straße verdeckt stehende Wegestock soll wieder öffentlich sichtbar sein und einen Platz im künftigen Bürgerwäldchen südlich des in Neukirchen geplanten Baugebietes erhalten.

Im 17. Jahrhundert war der Wegestock aus Sandstein und mit einem Trachyt-Kreuz errichtet worden. Der Anlass war recht ungewöhnlich für eine Zeit, in der es keine Autos gab - der Wegestock entstand nach einem Verkehrsunfall. Wie Denkmalschützer Martin Zabel erläutert, war ein Knecht des Lübisrather Hofes damals tödlich verunglückt. Er war mit einem Fuhrwerk unterwegs gewesen. Als er abbiegen wollte, scheuten die Pferde. Der Knecht kam, so wird berichtet, unter die Räder des Wagens. Der Landwirt ließ daraufhin auf einem Stück Land außerhalb des Ortes das Kreuz errichten.

Mit der Zeit stand das Kreuz aber nicht mehr allein, ein Haus entstand in der Nachbarschaft, ein Garten wurde angelegt. Wie Martin Zabel weiter erläutert, wurde nach einem Eigentümerwechsel ein Zaun aufgestellt, der den Blick auf den auf privatem Grund stehenden Wegestock versperrt. "Das Kreuz ist seit den 80er Jahren ein eingetragenes Baudenkmal. Es sollte daher sichtbar sein." Deshalb soll der Wegestock transloziert, umgesetzt werden.

"Der Verein ,Unser Neukirchen' hat den Vorschlag gemacht, das Denkmal nach der Anlage des Bürgerwäldchens dort aufzustellen", erläutert Martin Zabel. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass dies im Jahr 2018 erfolgen kann. Bis zur Realisierung des Projekts bleibt also Zeit, der Planungsausschuss soll darüber beschließen, dass der Wegestock "zu gegebener Zeit" versetzt werden soll.

Die Stadtverwaltung schlägt zudem vor, für die Kosten der Versetzung in Neukirchen Sponsoren zu suchen.

(cso-)
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