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Grevenbroich
Neues Zuhause für Dielämmer-Künstler

Grevenbroich: Neues Zuhause für Dielämmer-Künstler
Die Künstler freuen sich über die neue Galerie an der Alten Bergheimer Straße (v.l.): Elisabeth Busch-Holitschke, Annu Koistinen und Jürgen Holitschke. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Grevenbroich. Die lange Suche nach einem neuen Domizil hat sich gelohnt: Nach einem Jahr sind die 19 Künstler der Galerie "Judith Dielämmer" im Stadtzentrum fündig geworden. Zur Eröffnung wird morgen das letzte Brot aus Otzenrath angeschnitten. Von Wiljo Piel

Mehr als ein Jahr lang haben die 19 Künstler der Produzentengalerie "Judith Dielämmer" ein neues Zuhause gesucht. Jetzt sind sie fündig geworden. Morgen Abend werden die Maler, Bildhauer und Fotografen ihr Domizil an der Alten Bergheimer Straße 7 eröffnen, in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums. "Da haben wir richtig Glück gehabt", sagt der Beuys-Schüler Jürgen Holitschke mit einem Blick auf die 80 Quadratmeter, in denen bislang ein Frisör beheimatet war: "Keiner von uns hat damit gerechnet, dass wir an einen solch zentralen Ort ziehen würden."

Sechzehn Jahre lang betrieb die Künstler-Truppe ihre nicht-kommerzielle Galerie an der Königstraße in Elsen. Dort wurden Ausstellungen und Performances veranstaltet, Musikabende und Lesungen organisiert. "Wir haben uns in Elsen sehr wohl gefühlt", sagt Holitschke. Nachdem der Vermieter jedoch Eigenbedarf anmeldete, mussten sich die Dielämmer-Crew nach einem neuen Standort umsehen. "Das war nicht leicht", berichtet Künstlerin Annu Koistinen: "Es musste etwas gefunden werden, das groß genug und vor allem bezahlbar ist."

Mit ihrem neuen Domizil an der Alten Bergheimer Straße sind die Künstler rundum zufrieden. Ein großes Schaufenster - das bereits mit dem "Dielämmer"-Logo, dem "Appelkitsch", verziert wurde - sorgt für viel Licht in den weiß getünchten Ausstellungsräumen. "Sogar ein kleiner Garten ist vorhanden", sagt Jürgen Holitschke: "Er ist ideal, um bei künftigen Ausstellungen die eine oder andere Skulptur im Freien aufzustellen." Um die Miete für das Ladenlokal zu bezahlen, legen die Künstler monatlich ihr Geld zusammen.

Mit der neuen Galerie wird auch das Konzept von "Judith Dielämmer" überarbeitet. "Wir werden unsere jährliche Kunstpreis-Übergabe neu gestalten, darüber hinaus wollen wir auch etwas an unseren Öffnungszeiten verändern", berichtet Künstlerin Elisabeth Busch-Holitschke. Bislang war die Galerie vorwiegend an Freitagabenden geöffnet, künftig könnte der eine oder andere Tag hinzukommen. Zudem plant die seit 16 Jahren lose zusammengewürfelte Künstlerriege die Gründung eines Vereins.

Die Eröffnung der neuen Galerie wird morgen um 20 Uhr mit der nunmehr 15. Jahresausstellung gefeiert. Ganz nach Art der Dielämmer-Künstler werden auch wieder ungewöhnliche Arbeiten zu sehen sein- etwa eine aus alten Tischdecken geschneiderte Porreestange und Tiertrophäen, die aus den Resten ehemaliger Plastiktüten gehäkelt wurden. Oder ein mit Urinflaschen aus dem Krankenhaus bepacktes Klappfahrrad, das an den VW-Skandal erinnern soll. "Die Besucher sollen sich ruhig einmal Gedanken machen", meint Jürgen Holitschke mit Blick auf den weißen Drahtesel. Ebenfalls außergewöhnlich: Ein Grevenbroicher hat vor Jahren eines der letzten Brote in dem längst der Braunkohle zum Opfer gefallenen Ort Otzenrath gekauft - und es bis in der Kühltruhe verwahrt. Das Brot wird morgen in Scheiben geschnitten, die gegen eine Spende abgegeben werden.

Quelle: NGZ
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