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Grevenbroich
NGZ-Leser und Politiker kritisieren Gestaltungssatzung

Grevenbroich. Die Stadt will Einzelhändlern und Gastronomen künftig vorgeben, wie sie ihr Geschäft von außen präsentieren.

Die von der Stadt geplante Satzung zur Gestaltung der Innenstadt, die Einzelhändlern und Gastronomen bis ins Detail vorgeben will, wie sie sich und ihr Geschäft im Außenbereich präsentieren, stößt auf Kritik - sowohl in der Politik, als auch bei den Bürgern. "Die Satzung beinhaltet zu viel Restriktionen für die Geschäftsleute", sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser mit Blick auf das Papier, das heute Abend dem Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss vorgelegt wird. Kaiser fragt sich, ob eine solche Satzung überhaupt gebraucht wird. "Es muss Regeln geben, damit bestimmte Dinge nicht ausufern", sagt er. Doch die aufgeführten Reglements hält er für zu hart.

"Das ist eine Bevormundung der mündigen Geschäftsleute", meint der CDU-Chef. Zwar sei es in Ordnung, dass die Stadt ein einheitliches Mobiliar für die Außengastronomie wolle. Doch dass Stühle und Tische nur aus Holz oder Metall sein dürfen, hält Kaiser für übertrieben. Der Verzicht auf Heizstrahler habe für Heiterkeit in der jüngsten CDU-Fraktionssitzung gesorgt, sagt er: "Vor allem in Kombination mit den Wolldecken, die als Alternative vorgeschlagen werden." Dass auch diese farblich auf das Mobiliar abgestimmt werden sollen, schlage dem Fass den Boden aus. "Ich stelle mir die Frage, ob manche Absätze in dieser Satzung wirklich ernst gemeint sind", so Kaiser.

Auch FDP-Fraktionschef Markus Schumacher erteilt der Satzung eine klare Absage. "Sie ist mit unserer Vorstellung von sozialer Marktwirtschaft nicht zu vereinbaren", sagt er. "Statt Anreize zu setzen und Gastronomie- und Einzelhandel in die Innenstadt zu locken, steckt die Stadtverwaltung viel Zeit in eine überflüssige, Bürokratie schaffende Satzung, die Investitionen verhindern und weiteren Leerstand fördern wird. Es werden 32 neue Ordnungswidrigkeiten-Tatbestände geschaffen - und kontrollieren kann das dann das chronisch überlastete Ordnungsamt?"

Ähnlich sieht das auch NGZ-Leser Jürgen Schweimler. Er hält die geplante Gestaltungssatzung für "kleinkariert" und "absolut unnötig". Sie schrecke mögliche Investoren ab und mache Grevenbroich nicht attraktiver, schreibt er in einer Mail an die Redaktion. Politik und Verwaltung sollten sich besser mit der Beseitigung der Leerstände in der City befassen. Leser Roland Homer spricht derweil ebenfalls von "Bevormundung" und schlägt - mit einem zwinkernden Auge - unter anderem Baumstämme aus einheimischen Hölzern als Sitzgelegenheiten vor. Im Winter, sagt er, könne er sich auch einzelne Lagerfeuer vorstellen. Diese Idee dürfte auch Leser Norbert Schultheis gefallen. Er bringt nämlich - nicht ganz ernst gemeint - eine einheitliche Kleidung der Innenstadtbesucher als zusätzliche Regel ins Gespräch.

(juha/wilp)
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