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Grevenbroich
Niemand ist zu alt fürs lebenslange Lernen

Grevenbroich: Niemand ist zu alt fürs lebenslange Lernen
Stellvertretende VHS-Leiterin Monika Born-Möbius gibt seit Jahren auch Kurse in Sturzprävention für Senioren. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die VHS integriert Senioren nach Möglichkeit in altersübergreifende Programmangebote. Auch Männer kommen gerne, etwa zum Kochen. Von Gundhild Tillmanns

Die Zeiten, als bei der Volkshochschule (VHS) Grevenbroich Senioren noch als Zielgruppe galten, sind schon lange Schnee von gestern: "Fürs Lernen ist niemand zu alt. Man lernt im Alter nur anders", sagt Monika Born-Möbius. Die stellvertretende VHS-Leiterin ist auch Diplom-Pädagogin und gibt selbst seit Jahren beispielsweise Kurse in Sturzprävention. Allerdings gebe es nur noch ganz wenige Angebote, die gezielt nur Betagte ansprechen, betont Born-Möbius.

"Die Senioren sind heute eine sehr heterogene Masse. Wir unterscheiden in der VHS die Jungsenioren ab 55, die zumeist noch im Beruf sind, die ab 65-jährigen Ruheständler, die ab 75-jährigen Betagten und die Hochbetagten ab 85 Jahren, für die wir Angebote in Pflegeheimen machen ", differenziert Born-Möbius. Einen Anteil von 40 Prozent machten Senioren von den durchschnittlich 5000 VHS-Hörern im Jahr aus. Davon seien 76 Prozent Frauen. "Wir erreichen aber auch Männer zum Beispiel mit unseren Kochkursen. Das ist bei Männern im Augenblick ein großer Trend", stellt Born-Möbius fest. Das gelte auch schon lange für Holzschnitzer-Kurse für Männer. Die VHS habe die Aufgabe, in ihren Angeboten den aktuellen gesellschaftlichen Wandel abzubilden und zu begleiten.

Da es aber auch im Alltagsleben keine Abgrenzung mehr für Senioren gebe, sei auch die VHS bestrebt, keine älteren Menschen auszugrenzen. Vieles regele sich ganz von selbst - ein Beispiel: "Wir haben überall den integrativen Ansatz. Aber ganz von selbst finden sich im Tanzkursus ab 55 nicht die ganz jungen Leute ein, und statt Power-Yoga wählen Ältere meist Achtsamkeits-Yoga oder Feldenkrais", verdeutlicht die Pädagogin und fügt hinzu: "VHS mittendrin bedeutet, dass wir alle integrieren, egal, ob behindert, jung oder alt."

Viele ältere VHS-Hörer wählten Gesundheitsthemen oder beschäftigten sich mit kreativen Dingen, für die sie zuvor keine Zeit hatten. Sprachen werden gelernt oder aufgefrischt. "Immer wieder kommen auch aktive Großeltern, die mit ihren Enkeln mithalte wollen, in unsere Englischkurse", freut sich Born-Möbius über lernmotivierte Senioren. Sehr gefragt seien auch Reisen und Exkursionen bei den Älteren, stellt Born-Möbius fest. Ein ganz großer Vorteil sei gerade für Ältere die Tatsache, "dass man in die VHS auch alleine hingehen und dort neue Gemeinschaften kennelernen kann", betont sie.

Im neuen Semesterprogramm Herbst/Winter 2016 werden auch wieder Informationen angeboten, die sich auch an Angehörige von Senioren wenden: "Wie man die Pflegezeit finanziell meistert", ist der Titel eines Vortrages. Im Gesundheitsbereich stellt im neuen Semester die Vortragsreihe über Diabetes ein gutes Beispiel für altersübergreifende Angebote dar. Es gibt aber auch einen Workshop für Frauen in den Wechseljahren, Atemtraining oder Osteoporose-Wassergymnastik.

Quelle: NGZ
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