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Grevenbroich
Noch kein Mittel gegen Unkraut auf Friedhöfen

Grevenbroich: Noch kein Mittel gegen Unkraut auf Friedhöfen
Auf den Friedhöfen sprießt das Unkraut. Die Wirtschaftsbetriebe prüfen zurzeit Alternativen zum bisher eingesetzten Herbizid "Roundup". FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die Wirtschaftsbetriebe prüfen Alternativen zum Herbizid "Roundup". Eine Unkrautvernichtung mit Heißwassergeräten ist allerdings teuer. Von Wiljo Piel

Der Gustorfer Waldfriedhof hinterlässt zurzeit einen alles andere als gepflegten Eindruck. Darauf macht der FDP-Fraktionsvorsitzende Markus Schumacher aufmerksam. "Hinter den Grabstätten wächst das Gras zum Teil bis in die Höhe der Grabsteine, viele Gehwege und ehemalige Gräber werden nicht gepflegt", schildert der Gindorfer. Er hat die Stadt aufgefordert, den Friedhof in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen.

Es ist aber nicht nur das wuchernde Unkraut, das der Ratsherr beklagt. Vielmehr kritisiert er auch die aus dem Rathaus verschickten Briefe, mit denen Gustorfer und Gindorfer darauf hingewiesen wurden, dass sie ihrer Pflicht zur Grabstättenpflege nicht nachgekommen seien. Bürger hätten sich darüber bei der FDP beschwert. "Bevor die Stadt solche Schreiben verschickt, sollte sie selbst ihre Hausaufgaben machen", sagt Markus Schumacher. Weil der Friedhof nicht gepflegt werde, würden die Samen der wuchernden Gräser mit dem Wind auf die Gräber getragen, wo sie schließlich sprießen. Das sei zum Beispiel auf einer der von der Stadt monierten Grabflächen der Fall gewesen - "ansonsten befand sie sich in einem absolut adäquaten Zustand". Da sei möglicherweise ein Fehler im Schriftverkehr passiert, räumt Peter Mühlenbruch, Leiter des Fachbereichs Bauen, Garten und Umwelt, ein. Doch was die Kritik am wuchernden Unkraut betrifft, stimmt er dem FDP-Fraktionschef zu: "Die Friedhöfe sind in einem nicht so guten Zustand, das sehe ich genauso."

Warum das so ist: Bislang setzten die Wirtschaftsbetriebe im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung das Herbizid "Roundup" ein, etwa um die Friedhofswege unkrautfrei zu halten. Das Mittel darf nun aber nicht mehr auf öffentlichen Flächen verwendet werden, weil es den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat enthält. "Dafür gibt es im Grunde keinen Ersatz, der wirklich funktioniert", sagt Peter Mühlenbruch.

Die Wirtschaftsbetriebe haben bereits alternative Möglichkeiten zu Herbiziden getestet - zum Beispiel eine thermische Unkrautvernichtung mit 98 Grad heißem Wasser. "Diese Methode hat vor allem auf den Friedhofswegen gute Ergebnisse erzielt", betont Mühlenbruch. Das Problem: "Ein solches Gerät, das mit einem 1000-Liter-Tank ausgerüstet ist, kostet rund 100.000 Euro." Und es sei fraglich, ob die vor der Umstrukturierung stehenden Wirtschaftsbetriebe eine solche Investition noch schultern wollen. "Ich will dafür werben", sagt Mühlenbruch: "Schließlich müssen wir zu einer Lösung kommen."

Problematisch sei auch das Unkraut auf ehemaligen Gräbern, deren Zahl immer größer werde. Zudem müssten auch die Räume zwischen den Grabstätten gepflegt werden. "Das alles muss mit einer schlanken Personaldecke erfolgen, weil die Friedhofsgebühren nicht steigen sollen", sagt Peter Mühlenbruch. Ziel der Stadt sei es, die Friedhöfe zu verkleinern, die belegten Grabflächen zusammenzufassen und die übrigen Flächen pflegeleicht zu gestalten. "Das ist allerdings ein Prozess, der dauert", sagt der Leiter des Grün-Fachbereichs.

Quelle: NGZ
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