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Grevenbroich
Nuklearmediziner hilft Krebskranken in Malaysia

Grevenbroich. Der Radiologe Professor Lutz Freudenberg vom Grevenbroicher Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin (ZRN) am Kreiskrankenhaus hat mit seinem Kollegen Professor Walter Jentzen von der Universität in Essen eine neue Therapiemethode entwickelt: Damit können an Schilddrüsenkrebs erkrankte Patienten individuell nach Schwere ihres Krankheitsgrades behandelt werden.

Viele Radiologen in Europa wenden die Methode bereits an. Jetzt haben beide Professoren ihre Entwicklung rund 40 Nuklearmedizinern in Malaysia vorgestellt. "Dort konnten bereits erste Behandlungserfolge bei Patienten erzielt werden", sagt Lutz Freudenberg. Der 46-Jährige arbeitet seit 2004 mit seinem Kollegen an dieser Behandlung. Was es mit der Therapie genau auf sich hat: "Es handelt sich dabei um eine Methode, mit der Mediziner genau berechnen können, wie viele radioaktive Substanzen wie etwa Jod ein Patient braucht, um zu genesen", erklärt Professor Freudenberg. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit teils schweren Schilddrüsenerkrankungen. Normalerweise erhalten Menschen, die an Krebs leiden und mit radioaktiven Substanzen behandelt werden, eine standardisierte Menge. Diese wurde auf Basis empirischer Studien vor vielen Jahren festgelegt. "Diese Herangehensweise ist in den meisten Fällen erfolgreich, doch mit Hilfe genauerer Berechnungen kann besonders schwer erkrankten Menschen manchmal noch besser geholfen werden", sagt der Grevenbroicher Radiologe.

Der 46-Jährige schätzt, dass etwa 25 Prozent aller Schilddrüsenkrebs-Patienten mit dieser Behandlung besser geholfen werden könne. "Das dürften einige Hundert Menschen sein", sagt Freudenberg. Er spricht mit Blick auf den Workshop im malaysischen Kuala Lumpur von einem "geglückten Wissenstransfer", der in den vergangenen Wochen intensiv gepflegt wurde.

Im Juli wurde die neue Berechnungsmethode von Lutz Freudenberg und Walter Jentzen dort übrigens zum ersten Mal in Asien überhaupt angewendet - und zwar bei einem Jungen im Alter von zwölf Jahren und bei einem 48-jährigen Mann. Die individuelle Berechnung ihrer Behandlungsstärke habe laut Freudenberg bereits Erfolg gezeigt. "Beiden Patienten geht es inzwischen besser", sagt er.

(cka)
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