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Grevenbroich
Offenes Denkmal: Zu Besuch im alten Kaiserlichen Postamt

Grevenbroich. Im Treppenhaus hängen alte Postbriefkästen, hinter der Eingangstür steht ein gelbes Postfahrrad, auf einem Tisch ein verschnörkeltes Telefon von 1900 - eine ungewöhnliche Ausstattung für ein Architekturbüro. Doch die Werkgemeinschaft Quasten-Mundt arbeitet in besonderen Räumen - im früheren Kaiserlichen Postamt. Architekt Günter Quasten öffnete das Haus an der Lindenstraße, in dem auch die Lebenshilfe ihre Geschäftsstelle hat, gestern zum Tag des offenen Denkmals und stieß auf Interesse bei den Grevenbroichern. Von Carsten Sommerfeld

1896/97 war das Postamt mit seiner repräsentativen Fassade errichtet worden, bis in die 20er Jahre diente es diesem Zweck. Günter Quasten hält die Erinnerung daran aufrecht, hat eine Sammlung von historischen Exponaten von der Briefwaage bis zum Postbriefkasten zusammengetragen. Auch die Baugenehmigung ist erhalten geblieben. Quasten berichtete den Besuchern gestern von einer wechselvollen Geschichte des Gebäudes. Lange Zeit diente es als Berufsschule. Eine Besucherin erinnerte sich, dass sie Ende der 50er dort Einzelhandelskauffrau lernte. Auch angehende Maler hatten dort Unterricht. Später nutzte die Fabrik Buckau-Wolf das Gebäude, dann stand es leer. Schließlich kaufte das Land das Haus, um das Amtsgericht nebenan zu erweitern. Die Abrissgenehmigung fürs frühere Postamt ist ebenfalls erhalten, umgesetzt wurde sie aber nicht. "Es wäre zu schade gewesen, das Gebäude hat große Bedeutung für Grevenbroich", sagte Quasten, der sich für das Haus interessierte und es 1985 übernahm. Die Stadt konnte für die Erweiterung des Gerichts ein Areal wenige Meter weiter anbieten. Doch das alte Postamt befand sich in beklagenswertem Zustand. "Das Dach war undicht, Kellerwände waren feucht", schildert Quasten. Nach umfassendem Umbau erstrahlte der Komplex in neuem Glanz, mit hellen funktionalen Büros - und der Name Kaiserliches Postamt ist auch heute an der Hausfront zu lesen.

Quelle: NGZ
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