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Grevenbroich
Ogata-Ausbau stellt die Stadt vor Probleme

Grevenbroich. Bislang freiwillig, könnte es bald einen Rechtsanspruch auf Ogata-Plätze geben. Dann müsste das Angebot massiv ausgebaut werden. Von Valeska von Dolega

Salopp gesprochen war es ein Gewaltakt, die massive Schieflage bei der Kindergartenbetreuung zu korrigieren. Hier kann nun quasi grünes Licht gegeben werden. "Die akuten Maßnahmen, also die Großtagespflege in Stadtmitte, die vierte Gruppe in Frimmersdorf sowie Erweiterungen durch Container in Barrenstein und Langwaden, sollen voraussichtlich zum 1. August 2018 abgeschlossen sein", sagt Jugendamtsleiterin Birgit Schikora. "Sicher ist, dass weitere Maßnahmen erfolgen werden." Parallel zu den weiteren Kita-Planungen erhebt Jugenddezernent Michael Heesch jetzt weitere Daten. "Wir sind auf dem Weg, uns ganzheitlich aufzustellen", begründet das der Erste Beigeordnete mit Blick auf den "Offener Ganztag" (Ogata). "Da kommen nicht unerhebliche Probleme auf uns zu."

Bislang nämlich ist das Konzept "Offener Ganztag" ein fakultatives Angebot - es gibt Eltern in NRW die Gelegenheit, Kinder nach Ende des regulären Unterrichts auf freiwilliger Basis betreuen zu lassen. Nun mehren sich die Hinweise, dass aus dieser bisher freiwilligen Offerte per Landesvorgabe ein Rechtsanspruch als Bundesgesetz werden soll. Und das, befürchtet Heesch, bringt vieles in Schieflage: Weder sind die Plätze vorhanden, noch Betreuer da - und hinter der Finanzierung des Ausbaus, die Rede ist von achtstelligen Summen, steht ein dickes Fragezeichen. "Das geht nicht ohne einen finanziellen Ausgleich. Sonst sind die Kommunen rasch pleite", sagt Michael Heesch.

Nach einem speziellen Punktevergabesystem konnte die Stadt bislang etwa 40 Prozent der Kinder stadtweit im Offenen Ganztag unterbringen. Würde nun der Rechtsanspruch durchgesetzt, "kommen wir zu ganz anderen Zahlen. Dann wäre es auch kein Offener Ganztag mehr. Das Schulsystem veränderte sich zum Gebundenen Ganztag", sagt Heesch. Da sei nicht nur der Aufstand programmiert, denn "dann geht es nicht mehr um qualitative Betreuung, sondern bloß noch um Versorgung auf Teufel komm raus", befürchtet der Dezernent hinsichtlich der "gigantischen Herausforderung", die Verwaltung, Rat und Kämmerin "mächtig ins Schwitzen" bringe. Als Mitglied im Städte- und Gemeindebund, einem kommunalen Spitzenverband, debattiert der Erste Beigeordnete mit Kollegen Details zu dieser möglichen Umstellung. "Spätestens zur Erstellung des Haushaltsplans 2019 brauchen wir konkrete Zahlen."

Fazit: Das Kita-Phänomen dürfe nicht singulär betrachtet werden, um "ganzheitliche Maßnahmen ergreifen und nachhaltig arbeiten zu können", müssen zur Bedarfslage von weiteren Betreuungsplätzen Daten erhoben werden. "Um dramatische Probleme zu lösen, müssen wir mit kühlem Kopf analysieren", so Heesch. Basierend auf diesen Parametern als "validen Zahlen" müsse dann eine geordnete Bedarfsanalyse vorgenommen werden. Die brauche ihre Zeit, "da hängt dann viel Geld dran." Hinsichtlich des gerade gelösten Kitaplatz-Dilemmas sagt Heesch: "Probleme, die wir in diesem Bereich haben, schlagen beim Thema Offener Ganztag noch schlimmer zu. Es ist immer alles steigerungsfähig."

Quelle: NGZ
 
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