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Grevenbroich
Orkener BSV-Präsident legt sein Amt nieder

Grevenbroich. Er war Präsident, König und Kaiser zugleich: Aus Gesundheitsgründen tritt Wolfgang Brosch jetzt nicht mehr zur Wahl an. Ein Rückblick. Von Christian Kandzorra

Eigentlich hätte er gerne noch eine Periode weitergemacht. Doch sein Gesundheitszustand macht ihm einen Strich durch die Rechnung: Wolfgang Brosch hört auf. Nach einer Hüft-Operation will der 64-Jährige kürzer treten. In etwas mehr als 16 Tagen übergibt er das Amt des Präsidenten bei der Generalversammlung an seinen Nachfolger. "Schweren Herzens", sagt Brosch, der 14 Jahre lang mit Leidenschaft an der Spitze des Bürgerschützenvereins (BSV) Orken stand. Der Jäger war ein "Teamplayer", jemand, der großen Wert darauf gelegt hat, nicht "von oben herab" den Verein zu führen, sondern alle Schützen mit einzubeziehen.

Das Aufhören fällt ihm nicht leicht. "Ich habe lange darüber nachgedacht und auch nach der Operation gezögert. Aber ein Jahr danach stand für mich fest, dass es an der Zeit ist, das Amt an einen anderen zu übergeben", erzählt der Präsident. "Ich bin leider nicht mehr so belastbar und muss es langsamer angehen lassen." Beim letzten Schützenfest konnte er das Königspaar nicht mehr beim Umzug begleiten. "Ich brauche immer wieder Pausen. Und als Präsident sollte man seine Majestäten begleiten können", betont er. Bereits im Juni hatte Wolfgang Brosch deshalb auf einer Vorstandssitzung angekündigt, aufhören zu wollen. "Ich muss ehrlich zu mir selbst sein", sagt er.

Am Freitag, 6. November, wählen die Orkener Schützen bei einer Generalversammlung Broschs Nachfolger. Interesse geäußert hat bisher offiziell Oliver London. Noch können sich weitere Schützen melden. "Ich blicke positiv auf meine Amtszeit zurück", erklärt Wolfgang Brosch, der stolz darauf ist, dass ihm die Schützen 14 Jahre lang ihr Vertrauen geschenkt haben. Was sein persönlicher Höhepunkt in dieser Zeit war? "Natürlich das Jahr 2011. Da habe ich mit meiner Frau Nelly in Orken regiert. Das war fantastisch", erzählt Wolfgang Brosch.

Damals war er Präsident und König zugleich - doch damit nicht genug: Der König schoss sich vor vier Jahren kurzerhand beim Biwak zum Kaiser und toppte damit alles. "Das hatte es bis dahin noch nie gegeben", sagt Wolfgang Brosch und lacht. Er war es, der das Kaiserschießen beim Orkener Biwak ins Leben gerufen hatte. "Mit dem Kaiserschießen, also dem Schießen der Schützenkönige, konnten wir die Veranstaltung stark aufwerten", sagt der Präsident. Bis heute fruchtet das Konzept. Im Juni haben elf Könige aus befreundeten Vereinen in Orken auf den Vogel geschossen. Diesmal hat Wolfgang Weber aus Frimmersdorf das Rennen gemacht.

Nach dem 6. November will Wolfgang Brosch wieder in seinem Heimat-Jägerzug "Edelweiß 1973" mitmarschieren - eben so gut es geht. "Ich freue mich auf diese Zeit. Die Präsidentenzeit werde ich aber sicher auch vermissen. Schließlich habe ich es geliebt, im Vorstand jedes Jahr auf Schützenfest hinzuarbeiten." Seine Frau Nelly stand dabei immer voll hinter ihm. Schließlich war sie es, die den gebürtigen Franzosen in den 1970er Jahren ans Schützenwesen heranführte.

Quelle: NGZ
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