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Grevenbroich
Orkener Park - ein Öko-Idyll

Grevenbroich: Orkener Park - ein Öko-Idyll
Versteckt wächst die Orchideenart "Breitblättriger Stendelwurz" im Orkener Park. Auf der Fläche lässt der Verein "Bürgeraktion Orkener Park" Wildwiesen zu. Er will sie als "Trittstein" der UN-Dekade aufnehmen lassen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. "Bei Euch sieht es aber ungepflegt aus." Wie oft haben Carmen von Borzestowski, Geschäftsführerin des Vereins "Bürgeraktion Orkener Park", und dessen Kassiererin Luise Coenen diesen Satz schon gehört. Verärgert sind die beiden darüber nicht. Denn der Wildwuchs hat durchaus seinen Grund. Von Daniela Buschkamp

"Wir wollen uns mit der Parkfläche als Trittstein des UN-Dekade-Projekts ,Biologische Vielfalt' beworben", kündigt Carmen von Borzestowski (64) an. Und sie weiß auch: Innerhalb der vermeintlichen Wildnis sind manche Schönheiten zu entdecken. So etwa eine Orchideenart, der "Breitblättrige Stendelwurz" (Epipactis helleborine).

Seit rund neun Jahren kümmert sich die Orkener selbst um die Grünfläche, die die Stadtverwaltung als Bauland verkaufen wollte. Besonders Manfred Bartz hat sich für deren Erhalt eingesetzt. Und er ist es auch, der weniger Wert auf akkurat gestutzten Rasen oder penibel gepflegte Pflanzen legt. Stattdessen setzt er auf ökologische Vielfalt. "Wenn wir Manfred Bartz nicht hätten, dann würde es hier sicher genauso aufgeräumt aussehen wie in anderen Parks", sagt Carmen von Borzestowski. Doch der Vorsitzende des Vereins "Bürgeraktion Orkener Park" habe sich Basiswissen angeeignet, um die Grünfläche möglichst ökologisch wertvoll zu gestalten. Zwar sind die Blumen an manchen Stellen noch in der Minderheit, doch allmählich sollen sie etwa den Bunker überwuchern. Für Manfred Bartz und seine Mitstreiter ist das Gebäude ein Stück Heimatgeschichte, denn es schützte viele Orkerner vor dem Tod durch Weltkriegsbomben. Auch das Gras der Wildwiese wird nicht gemäht, sie soll sich langsam ausbreiten - ebenso wie die ausgesäten Margeriten. Dabei ist Geduld gefragt: "Die Orkener träumen allerdings schon jetzt von einem Vollmondfest, bei dem die voll erblühten Margeriten das Mondlicht widerspiegeln und den Park in eine zauberhafte Atmosphäre tauchen", meinen die Aktiven mit einem Schmunzeln. Sie wollen in Zukunft die Margerite als Symbol für ihren Verein verwenden.

Seit fünf Jahren ist der Orkener Park im "Orchideen-Atlas" verzeichnet. Dort wachsen mehr als 40 Exemplare des Stendelwurz. Auch das Wiesenschaumkraut, die Blume des Jahres 2015, fühlt sich heimisch - und hat sich sogar bis in die benachbarten Vorgärten ausgebreitet.

"Diese Pflanzen bilden die Basis für einen ökologischen Lebensraum, zu dem Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten gehören", sagt die Vereins-Geschäftsführerin. Deshalb rechnet sie sich gute Chancen aus, als Trittstein anerkannt zu werden. Bis 2020 wollen die Vereinten Nationen unter dem Stichwort "Biologische Vielfalt" Vorhaben unterstützen, die dazu beitragen.

Quelle: NGZ
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