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Grevenbroich
Orkener will kämpfen wie die Shaolin

Grevenbroich: Orkener will kämpfen wie die Shaolin
Marvin Elsen aus Orken ist Mitglied der Wushu-Abteilung des Turnklubs Grevenbroich. Der 20-Jährige wird sich bald auf den Weg nach China machen, um ein Jahr lang in einer Shaolin-Schule seine Kampfkunst verbessern. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Für ein Jahr wird Marvin Elsen aus Orken in einer Shaolin-Schule in China leben, um seine Kenntnisse zu verbessern. Stile in der Kampfkunst kennenzulernen. Der Shaolin-Orden wurde auch durch die Fernsehserie "Kung Fu" bekannt. Von Carsten Sommerfeld

Als "Kwai Chang Caine" hat David Carradine in der Fernsehserie "Kung Fu" den Shaolin-Orden und das gleichnamige Kloster in China bekannt gemacht - und damit eine ganze Generation in den 70er Jahren geprägt. 40 Jahre später will ein Orkener den Kampfkunststil "Shaolin Kung Fu" studieren, seine Fähigkeiten im Herkunftsland vervollkommnen. Für ein Jahr wird Marvin Elsen eine Shaolin-Schule nahe der Stadt Yantai in den Bergen der Provinz Shandong besuchen, mit ehemaligen Mönchen des Shaolin-Ordens als Ausbildern trainieren. Anfang März soll es losgehen. Klar, dass Elsen in China auch das aus vielen Filmen bekannte Ursprungs-kloster des Ordens, der auf einen Mönch im sechsten Jahrhundert zurückgeht, besuchen möchte.

Urlaub wird sein Aufenthalt aber beileibe nicht sein: "Um sechs Uhr wird aufgestanden, nach den ersten zwei Stunden Training gibt es Frühstück", erzählt Marvin Elsen. Insgesamt werde montags bis freitags acht Stunden am Tag trainiert.

Marvin Elsen bringt schon etliche Kenntnisse mit. Vor rund fünf Jahren kam er zur Wushu-Abteilung des TK Grevenbroich. "Ich suchte eine besondere Sportart, die ich im Verein betreiben kann", erzählt Marvin Elsen. Wushu bedeutet so viel wie Kriegs- oder Kampfkunst. "Wir trainieren unter anderem Selbstverteidigung, Fallschule, Schattenformen, Qui Gong, Freikampf und Partnerübungen", erzählt Abteilungsleiter Gero Catania. Marvin Elsen war begeistert - und gibt sein Wissen seit zwei Jahren selbst als Co-Trainer weiter.

Nach dem Abitur an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule im vergangenen Jahr entschied er sich für den Jahres-Trip nach China. "Einer meiner Brüder hatte ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kolumbien absolviert. Ich dachte, ein Jahr im Ausland wäre auch etwas für mich. Ich habe mich schon früh für Asien interessiert. Ich möchte die Menschen und ihre Mentalität dort kennenlernen", erzählt er. Den 20-Jährigen begeistert zudem die Spiritualität, die mit der Kampfkunst verbunden ist. "Wir lernen viel mehr als hart zuzuschlagen. Ein sehr wichtiges Thema ist die Körperbeherrschung." In China möchte Elsen Neues erfahren, weitere Kampfkunst-Stile kennenlernen, aber auch mit Waffen trainieren - mit Langstock, Schwert und Nunchaku, zwei mit einer Kette verbundene Hölzer. In der Shaolin-Schule wird er mit Schülern aus vielen Ländern zusammen trainieren. Dolmetscher helfen bei der Verständigung etwa mit den Ausbildern.

Doch zuerst einmal laufen die Vorbereitungen. Impftermine stehen an. Etwas Chinesisch hat er bereits gelernt. An Gepäck will er nur das Notwendigste mitnehmen. "Einen Rucksack mit zwei Hosen und einigen anderen Kleidungsstücken. Den Rest kann ich in China kaufen." Auch ein Handy geht mit auf die Reise, aber nur für den Notfall. "Ich suche in dieser Zeit auch ein bisschen die Isolation", sagt er. Um das Geld für den Jahresaufenthalt zusammenzubekommen, "habe ich als Zeitarbeiter in der Chips-Fabrik gearbeitet", erzählt der 20-Jährige.

Welchen Beruf er nach der Rückkehr erlernen möchte, weiß er noch nicht genau - "ich möchte in den sportlichen oder den philosophischen Bereich." So weit ist es noch nicht. Trainer Gero Catania erhofft sich aber bereits, "dass wir nach seiner Rückkehr von seinen Erfahrungen profitieren."

Quelle: NGZ
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