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Grevenbroich
"Paintbox" jazzt in der Villa Erckens

Grevenbroich. Das Ensemble um Jonas Windscheid war zu Gast bei den Gitarrenwochen. Von Klaus Niehörster

Bandleader Jonas Windscheid gibt gern und offen Auskunft über seine Tonkunst, den "Sound of Paintbox". An jedem Abend klinge die Musik zwar anders, aber eine Idee ziehe sich stets konsequent durch alles Jazzen des Ensembles. Die Band gastierte jetzt im Rahmen der Grevenbroicher Gitarrenwochen in der Villa Erckens.

Die Protagonisten waren Andreas Böhlen (Saxofon), Hans Feigenwinter (Piano), Jakob Kühnemann (Kontrabass), Oliver Rehmann, (Schlagzeug) und Jonas Windscheid selbst mit Gitarre. Gespielt wurde zeitgemäßer Modern Jazz mit einem bei weitem noch nicht ausgeschöpften Potenzial, das sie gelegentlich auch Creative Jazz titulierten. Jedenfalls waren die teils sehr langen Stücke weit entfernt von traditionellen Hörgewohnheiten.

Bloß gefällig und anheimelnd naiv, stampfend rhythmisch und wohlklingend melodiös, wie beispielsweise beim altehrwürdigen Dixie aus New Orleans, kam hier gar nichts rüber. Ihr auf eigenem Komponieren fußender inspirativer Duktus tönte zwar mit jeder Tonfolge durch, doch ist er nicht ohne weiteres leicht eingängig, wenn auch glaubwürdig präsentiert.

Mit ihrer in Noten gefassten poetischen Lyrik, sogar mit Melancholie faszinierten sie am Freitagabend, ohne das Publikum zu überfordern. Jeder Interpret bewies das Zeug zum Solisten. Immerhin so locker, wie das jeder beim Jazz erwarten kann, spielten sie sich die thematischen Bälle zu. So wurde das eingangs gegebene Stück "Storm" noch einmal als Zugabe aufgespielt und klang dann überraschend neu.

Der in Grevenbroich geborene und heute in Köln lebende Jonas Windscheid hatte die Moderation übernommen, wobei er mit leiser Stimme nicht immer durchdrang. Gespielt wurde unter anderem "Skill Shot" mit einem avantgardistischen Sound; eher auf die Traditional-Art klang "La Belle", und mit seinem eigenen Urteil alleingelassen war der Zuhörer bei "Lichtblicke". Seit acht Jahren, so vertraute Windscheid dem Nachfragenden an, gebe es "Paintbox" bereits in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Den Durchbruch markierte die 2015 aufgenommene CD "Ven" als eine Ernte der bisherigen Bemühungen. Im Saal der Villa Erckens standen am Freitag neue Stücke auf dem Programm, die im kommenden Jahr auf CD gebrannt werden.

Quelle: NGZ
 
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