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Grevenbroich
Pferdeschänder zu Geldstrafe verurteilt

Grevenbroich: Pferdeschänder zu Geldstrafe verurteilt
Bilder wie dieses brachten die Ermittlungen ins Rollen. FOTO: ON
Grevenbroich. Ein 61 Jahre alter Mann soll sich an Pferden auf einer Tüschenbroicher Weide vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft nahm ihre Ermittlungen auf, nachdem der Grevenbroicher von einer Überwachungskamera erfasst wurde. Von Marc Pesch

Mit einer Geldstrafe ist jetzt das Verfahren um einen der ungewöhnlichsten Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre in Grevenbroich zu Ende gegangen. Ein 61 Jahre alter Mann muss 1050 Euro zahlen, weil er sich 2013 an mehreren Pferden in Tüschenbroich bei Wevelinghoven zu schaffen gemacht hatte. Das Verfahren ging per Strafbefehl zu Ende, das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Rückblick: Im August 2013 hatte sich Nina R. an die Polizei gewandt und Anzeige erstattet. "Mein Mann und ich hatten uns 2011 ein Pferd gekauft, das Tier sollte in aller Ruhe auf einer Koppel aufwachsen." Als überregional Meldungen über einen "Pferderipper" im Bereich Krefeld die Runde machten, installierte die Familie aus Sorge um ihr Tier eine Überwachungskamera. "Stichpunktartig haben wir die Aufnahmen auch überprüft."

Eine von vielen Koppeln im Grevenbroicher Stadtgebiet. Auf einer Weide wurde ein Pferdschänder von einer Überwachungskamera gefilmt. FOTO: MREU

Bei der Durchsicht der Bilder glaubten Nina R. und ihr Mann dann ihren Augen nicht zu trauen. Zu sehen war ein etwa 50 bis 60 Jahre alter Mann, der sich an der Stute zu schaffen machte - offenbar, um sich eine sexuelle Erregung zu verschaffen. Die Pferdebesitzer meldeten sich bei der Polizei und stellten den Beamten auch die Bilder zu Verfügung. Anschließend kamen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ins Rollen - jetzt ist das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen.

"Per Strafbefehl und damit ohne öffentliche Hauptverhandlung wurde der Mann zu 1050 Euro Geldstrafe verurteilt", so Gerichtssprecher Martin Alberring vom Landgericht Mönchengladbach, "es handelt sich um einen 61-jährigen Grevenbroicher." Der Mann soll gleich zweimal auf der Weide bei Tüschenbroich gewesen sein, um an dem Pferd "Hand" anzulegen. "Laut Urteil war es so, dass er das Tier beispielsweise im August 2013 erst an einem Seil über die Weide geführt und es anschließend im Genitalbereich angefasst hat", so Alberring. Diese Tat war auch auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen.

Tierquäler-Fälle in NRW FOTO: dpa, Andrea Warnecke

Zu einem ähnlichen Vorfall soll es auch bereits im Juni 2013 gekommen sein. Laut Ermittlungen hatte sich der Grevenbroicher auch damals schon an dem Tier zu schaffen gemacht, um offenbar seinen sexuellen Neigungen nachzukommen.

Die Verurteilung des Mannes erfolgte indes lediglich wegen "Hausfriedensbruch" - einen Straftatbestand wie "sexueller Missbrauch von Tieren" gibt es nicht. "Er hat zweimal eine umzäunte Weide betreten, von daher muss er jetzt wegen Hausfriedensbruch 1050 Euro zahlen", so Alberring. Das Urteil hat der Grevenbroicher akzeptiert.

Angeblich soll es nicht der einzige Vorfall sein, in den der 61-Jährige verwickelt gewesen sein. Im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurde von einem weiteren Fall aus der Nachbargemeinde Jüchen berichtet. Nina R. und ihr Mann hatten aus den Vorfällen vor zwei Jahren die Konsequenzen gezogen. Beide verlegten ihre Stute auf eine andere Weide.

Quelle: NGZ
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