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Grevenbroich
Plastiktüten nur noch gegen Geld

Fragen und Antworten zum Plastiktüten-Gesetz
Fragen und Antworten zum Plastiktüten-Gesetz FOTO: AP
Grevenbroich. Die Mayersche-Buchhandlung stellt ihr Verpackungssystem um.

Die Mayersche-Buchhandlung ändert ihren Umgang mit Plastiktüten - der Umwelt zuliebe, wie es heißt. Das bedeutet: Ab dem morgigen Freitag werden in allen Filialen die Verpackungen nach und nach auf ein recyceltes PET-Material umgestellt, auch in Grevenbroich. Plastiktüten gibt es für die Kunden fortan nur noch zum einheitlichen Preis von 20 Cent. Das Unternehmen erhofft sich dadurch einen deutlich niedrigeren Plastiktüten-Verbrauch.

Als Alternative führt die Mayersche einen sogenannten Tauschbeutel ein. Dieser besteht ebenfalls aus PET-Material und kostet zwei Euro. Geht der Tauschbeutel kaputt, kann er gegen einen neuen umgetauscht werden. Man biete bewusst keine Papiertüten als Alternative zur Plastiktüte an, sagen die Verantwortlichen der Mayerschen. Denn: In der Herstellung würden so viele umweltschädigende Stoffe eingesetzt, dass die Ökobilanz der Papiertüte nicht besser sei als die der Plastiktüte. Zudem werde dafür fast doppelt so viel Energie benötigt. In den Mayersche-Buchhandlungen wird es deshalb künftig lediglich eine einfache Papiertüte ohne Henkel geben, die bei Bedarf kostenlos zum Schutz und Einwickeln der Bücher mitgegeben wird.

Die Grevenbroicher Geschäftsleute sehen die Umstellung differenziert. "Wenn wir den Kunden dazu kriegen, umweltbewusst zu denken, ist schon viel gewonnen", sagt Heiner Schnorrenberg. Der Lederwarenhändler gibt allerdings zu bedenken, dass eine Tragetasche beim Verkauf hochpreisiger Produkte eine "unabdingbare Serviceleistung" darstellt. "Bei uns gibt es da keinen Automatismus", sagt Schnorrenberg. "Jeder Kunde wird gefragt, ob er eine Tüte haben will."

Auch Tim Grevelhörster, Centermanager des Montanushof und stellvertretener Vorsitzender des Werberings, ist der Meinung: Kostenpflichtige Plastiktüten ergeben Sinn - wenn denn die Mehreinnahmen nicht dem Unternehmen, sondern tatsächlich dem Umweltschutz zugute kommen. "Die Herstellungskosten der Tüten", sagt er, "wurden ja bislang nicht an den Kunden weitergereicht."

(juha)
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