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Grevenbroich
"Pocomania"-Theater feiert Premiere seines neuen Stücks

Grevenbroich. Gelungene Aufführung vor knapp 100 Zuschauern.

"One day, baby, we'll be old", ist der Titel des bekannten Songs von Asaf Avidan - und der neuen Produktion des "Pocomania"-Theaters. Zur freien Theatergruppe gehören zurzeit ausschließlich Jugendliche der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Südstadt. Dort wurde das nachdenklich stimmende Stück jetzt auch vor knapp 100 Zuschauern aufgeführt.

Lehrer und Spielleiter Axel Mertens (48) war kurz vor Beginn der Aufführung in bester Stimmung: "Ich bin mit den Schülern äußerst zufrieden." Nach einer Stunde stand fest: Es gab allen Grund zur Zufriedenheit, zumal es sich nicht gerade um leichte Kost handelt: In vager Anlehnung an Shakespeares "König Lear" setzten sich die Jugendlichen der Jahrgangsstufen 10 bis 13 mit dem Älterwerden und mit dem schleichenden Verlust der geistigen Fähigkeiten auseinander. Deutlich zu spüren: die Freude der Akteure, die ihnen die Inszenierung bereitet.

Vor einer weißen Wand waren bald düstere Dinge zu sehen. Tanz spielte eine große Rolle, die szenische Umsetzung ebenso: Immer wieder schalteten sich Sprecher mit einer Botschaft ein. Eine zentrale Position hatte lediglich Jasmin Schulz. Sie verkörperte König Lear, der zunehmend "auf dem Weg ins Nebelland" war. Aber auch die übrigen Akteure füllten ihre Rollen sehr gut aus.

Die Zuschauer erlebten die Gier der Königskinder und deren Abscheu, als diese sich um den alten König kümmern sollten. Sie erlebten ruhige, aber auch höchst turbulente Szenen. Besonders stürmisch ging es auf der Bühne nach der Flucht in die Heide zu: Darsteller mit Warnwesten und Laubbläsern sorgten für Herbststurm-Atmosphäre auf der Bühne - ein Sturm, der im Spätherbst des Lebens wütet.

"Pocomania" spielt in der Gesamtschule erneut am Freitag, 29. Mai, und am Dienstag, 16. Juni. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

(barni)
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