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Grevenbroich
Polizei sucht nach Überfall Zeugen und Handy-Fotos

Grevenbroich. Behörden bitten Bürger um Hilfe. Ratsfraktion "Mein Grevenbroich" regt einen "Runden Tisch Bahnhofsviertel" an.

Nach dem Überfall auf Räume der "Union Europäisch-Türkischer Demokraten" (UETD) an der Dechant-Schütz-Straße bitten Polizei und Staatsschutz die Bürger um Hilfe. Eine Gruppe von rund 20 Menschen, zum Teil vermummt, hatte am Freitag Scheiben zerschlagen und versucht, während eines Treffens in die Räume zu gelangen. "Wir gehen davon aus, dass es sich um politisch motivierte Kriminalität handelt", erklärt Polizeisprecherin Susanna Heusgen in Düsseldorf. Zudem gebe es Hinweise, "dass einige Tatverdächtige Schals trugen, die einen Rückschluss auf kurdische Beteiligung" zulassen könnten, auch sei von entsprechenden gerufenen Parolen berichtet worden. "Wir haben von Zeugen Handy-Fotos bekommen und werten diese und andere Spuren aus", so Heusgen, "Wir suchen weitere Zeugen, die Hinweise etwa dazu geben können, wo sich die Gruppe getroffen hat, wohin die Täter später gelaufen sind, beziehungsweise mit welchen Autos sie weggefahren sind" (Hinweise an Telefon 0211 8700).

"Die Sicherheitsbehörden in NRW sehen mit Sorge, dass Konflikte, die im Ausland ausgetragen werden, sich hier widerspiegeln - bis hin zu Verübung von Straftaten", sagt ein Sprecher des Verfassungsschutzes NRW. "Nicht nur die unmittelbar Betroffenen wurden in Angst und Schrecken versetzt, auch die Anwohner sind geschockt und haben Angst vor weiteren Übergriffen", nimmt "Mein Grevenbroich" Stellung. "Wir verurteilen die Ereignisse auf das Schärfste", sagt Fraktionschefin Martina Suermann. "Wir dürfen nicht zulassen, dass politisch motivierte Konflikte zwischen Türken und Kurden im Bahnhofsviertel ausgetragen werden, und müssen darüber diskutieren, welche Maßnahmen zum Schutz der Anwohner zu ergreifen sind", erklärt "Mein Grevenbroich" und regt einen "Runden Tisch Bahnhofsviertel" mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Polizei und Anwohnern an. Die vom Bürgermeister angekündigte verstärkte Präsenz des Ordnungsdienstes reiche nicht aus.

(cso-)
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