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Grevenbroich
Polizei zählt im Sommer mehr Unfälle

Grevenbroich. Sobald die Sonne scheint, sind vermehrt Zweiradfahrer auf den Straßen. Von Nicole Scharfetter

Fenster runter, Musik laut, den Arm lässig abstützen und dann Gas geben. Im Sommer scheinen mehr Raser unterwegs zu sein als in anderen Monaten. Sie lassen die Motoren heulen und die Reifen durchdrehen, hinterlassen mit ihren Schnellstarts an der Ampel schwarze Gummiabdrücke auf der Straße. Mit ihrem Imponiergehabe werden sie zur Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. "Tatsächlich steigt die Zahl der Unfälle mit dem schönen Wetter", sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel, aber einen Zusammenhang mit Rasern will sie weder herstellen noch bestreiten. Im Juni/Juli seien zum Beispiel auf der L116 - ein Gefahren-Schwerpunkt in Grevenbroich, an dem regelmäßig geblitzt wird - 450 Geschwindigkeitsübertretungen gemessen worden, "was eine Hausnummer ist", sagt Dässel. Im März seien es allerdings mehr gewesen, "insgesamt 550", so die Polizeisprecherin. Und der letzte tödliche Unfall ereignete sich Mitte Januar.

Dässel führt die erhöhte Zahl der Unfälle im Sommer vielmehr darauf zurück, dass bei gutem Wetter vermehrt Zweiradfahrer auf den Straßen seien, vor allem Radfahrer. "Das sind die so genannten schwachen Verkehrsteilnehmer", erklärt sie, wie Fußgänger im Allgemeinen und Senioren und Kinder im Einzelnen. Sie seien im Straßenverkehr besonders gefährdet. "Die Zahl der Unfälle in diesem Sommer hält sich in Grenzen", sagt Daniela Dässel. Sie vermutet, dass die vielen Regentage Grund dafür seien.

Objektiv betrachtet gibt es im Sommer also nicht mehr Raser als sonst. Die gefühlte Wahrnehmung ist da etwas anderes. "Im Winter ist es natürlich so, dass die Menschen langsamer unterwegs sind, weil sie sich der Witterung anpassen, sich auf verregnete Straßen und Glatteis einstellen", sagt die Polizeisprecherin. Geschwindigkeit spiele bei einem Verkehrsunfall immer eine Rolle - ganz gleich, welche Ursache eigentlich zu dem Unfall geführt habe. Darauf weist die Polizei laufend hin. Bei einer Kollision mit einem Auto sterben bei 65 Stundenkilometer acht von zehn Fußgängern, bei 50 Stundenkilometer überleben acht von zehn.

Quelle: NGZ
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