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Grevenbroich
Pony auf Hausbesuch

Grevenbroich: Pony auf Hausbesuch
Gregor Kryk mit seinem Pony "Laika" im Aufzug des St. Josefs-Seniorenstiftes. Er kommt dorthin auch mit seiner Hündin Bella und mit Hühnern. Bald werden auch Ziegen ins Altenheim gebracht FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Grevenbroicher Alten- und Pflegeheime fördern die Therapie mit Tieren. Im St. Josefs-Stift steht bisweilen sogar ein "Pony auf dem Flur" oder im Aufzug. Der Umgang mit Tieren hilft bei Kommunikation mit Demenzkranken. Von Zuhal Yilmaz

Manchmal steht im St. Josef Seniorenstift ein Pony im Aufzug und schließlich auch auf dem Flur. Denn in Seniorenzentren leben nicht nur zweibeinige Bewohner, sondern auch "Bewohner" und Gäste mit Flügeln und vier Beinen: Hunde, Wellensittiche, Ponys, Ziegen, Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen. Denn immer mehr Seniorenzentren in Grevenbroich legen Wert auf Tierhaltung in den Einrichtungen. Sowohl den Bewohnern, als auch den Besuchern wird erlaubt, Haustiere mitzubringen. Zusätzlich werden ausgebildete Therapietiere eingesetzt, die die Kommunikation, vor allem mit demenzkranken Senioren, erleichtern sollen..

Das St. Josef Seniorenstift in Grevenbroich bietet eine Tiertherapie für die Bewohner an. Gregor Kryk ist der Leiter des "Panuba", einer Einrichtung, die "Tiergestützte Aktivitäten und Therapien" anbietet. Einmal monatlich bringt er seine Tiere mit ins Altenheim. Abwechselnd kommt er mit seinem Pony "Laika", seiner Hündin "Bella", mit Kaninchen oder Meerschweinchen zu den Senioren.

Zusätzlich waren dieses Mal auch die Hühner dabei. Demnächst wolle er auch die Ziegen mitbringen, die aber zurzeit noch nicht geimpft seien. Er sagt: "Beim Durchgang durch die Wohnbereiche ist sehr viel Interesse und Neugier vorhanden. Vor allem neue Tiere, wie die Hühner, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich." Der Besuch der Tiere habe meist positive Auswirkungen, da die Bewohner aus einer Zeit stammen, in der man sehr viel mit Nutztieren zu tun hatte. "Dabei erinnern sie sich gerne an ihre Kindheit zurück und tauschen untereinander ihre Lebenserfahrungen aus. Dadurch entstehen auch Kontakte zwischen den Bewohnern", ergänzt Gregor Kryk und sagt: "Am schönsten ist es, wenn ein Lächeln dabei rauskommt." Etliche Seniorenzentren in Grevenbroich haben auch hauseigene Tiere, wie Kaninchen, hauptsächlich Käfigtiere, deren Pflege einfach ist. "Tiere sind Trostspender, die die Einsamkeit vermindern. Zudem halten sie aktiv und fördern soziale Interaktionen", berichtet Ines Netzer. Die Leiterin des Alber-Schweitzer-Hauses fügt hinzu: "Durch die Kommunikation mit Tieren, durch Berührungen fangen Demenzkranke an zu reden." Die Therapie mit Tieren würde Jutta Piehler auch gerne einführen. Sie ist Leiterin der St. Andreas-Senioren-WG im Kloster Langwaden. Sie bedauert aber: "Es mangelt an Räumlichkeiten, und wir befürchten, dass es einige Bewohner stören könnte. Dennoch gibt es zwei Bewohner, die ihre Haustiere, nämlich zwei Wellensittiche und einen Hund, bei sich haben." Das Besitzen von Käfigtieren sei kein Problem. Bei größeren Tieren, wie Hunden, deren Pflege aufwendiger sei, seien die Bewohner unter Umständen nicht in der Lage, sich um diese entsprechend zu kümmern: So sieht Piehler die Situation. "Jedoch wenn ein Demenzkranker eine sehr enge Bindung an sein Haustier hat und dies sein Befinden positiv beeinflusst, darf er das Tier auch ins Heim mitbringen. Dabei müssen aber Tierschutzgesetze beachtet werden. Und die Angehörigen des Demenzkranken sollten sich mit um das Tier kümmern", betont Piehler.

Auch im Seniorenzentrum Lindenhof gibt es Bewohner mit Haustieren. Mitarbeiter bringen nach Auskunft einer Sprecherin des Hauses auch eigenen Haustiere mit, um den Senioren neue Kontakte anzubieten. "Der Großteil der Bewohner freut sich auf die Tiere", sagt die Mitarbeiterin.

Quelle: NGZ
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