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Grevenbroich
Prozess: Erst Wodka, dann Gedächtnisverlust

Grevenbroich. Ein 43-jähriger Grevenbroicher steht in Mönchengladbach wegen versuchter Vergewaltigung vor Gericht. Von Ingrid Krüger

Wegen versuchter Vergewaltigung muss sich seit gestern ein Angeklagter (43) vor dem Mönchengladbacher Schöffengericht verantworten. Tatnacht soll der 13. Juli 2014 gewesen sein. Doch der Grevenbroicher beteuerte, er könne sich nicht erinnern. Nach reichlich Wodkagenuss sei er damals sehr betrunken gewesen. Nach Kirmesbesuch und einer nächtlichen Party sei der Angeklagte in ihr Zimmer gekommen und habe versucht, sie zu vergewaltigen, so die 29-jährige Grevenbroicherin in ihrer Zeugenaussage. Danach beschrieb die Frau die Folgen, unter denen sie danach gelitten habe: "Ich habe mich allein nicht mehr rausgetraut. Meine Ausbildung habe ich damals fast abgebrochen." Nach der Zeugenaussage des Opfers überraschte der Angeklagte die Verfahrensbeteiligten mit einer Entschuldigung: "Wenn sich das damals so abgespielt haben soll, was ich mir nicht vorstellen kann, möchte ich mich bei der Dame entschuldigen". Laut DNA-Gutachten soll der Grevenbroicher damals am Tatort anwesend gewesen sein. Ein 24-jähriger Grevenbroicher berichtete im Gerichtssaal, dass er in der Nacht zuvor mit dem Angeklagten und mit der 29-jährigen Freundin eine Kirmes besucht habe. Dann habe man an einer Tankstelle eine Flasche Wodka und Mixgetränke gekauft. Der Angeklagte soll den meisten Wodka getrunken haben und sei total besoffen gewesen, so der Zeuge. Dann habe sich der 43-Jährige auf eine Parkbank gesetzt und sich geweigert, mit seinen Begleitern nach Hause zu gehen. Der Angeklagte sei schließlich allein zurückgeblieben.

Der 22 Jahre alte Bruder des Zeugen schilderte anschließend die morgendliche Situation nach der Partynacht. Kurz vor sieben Uhr habe es an seiner Zimmertür geklopft. Die 29-jährige Grevenbroicherin habe weinend auf dem Flur gestanden und sinngemäß gesagt: "Der Wodkatrinker liegt neben mir im Bett und hat mich angefasst." Der so Beschuldigte habe bekleidet vor der Tür gestanden und sei dann gegangen, hatte der Bruder beobachtet. Man habe die Polizei gerufen. Der Prozess wird mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

Quelle: NGZ
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