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Dreck, Matratzen, Plastiktüten
Randalierer wüten in Naherholungsgebiet

Zerstörungswut beim TuS Grevenbroich
Zerstörungswut beim TuS Grevenbroich FOTO: Berns, Lothar
Grevenbroich. Ungebetene Gäste haben auf dem Ascheplatz des TuS Grevenbroich gewütet. Die Umkleide-Container wurden komplett auf den Kopf gestellt - seitdem türmt sich der Müll im Naherholungsgebiet. Die Polizei musste zwei Mal ausrücken. Von Julia Hagenacker und Wiljo Piel

Verdreckte Toilettenschüsseln, splittrige Sperrholzplatten, fleckige Matratzen und Polster, Klamotten, Plastiktüten - mitten in Grevenbroichs Naherholungsgebiet, türmt sich, für Fußgänger und Radfahrer unübersehbar, seit vergangenem Wochenende ein ziemlich unschöner Müllberg auf. Das, was aussieht wie der Ertrag einer dringend notwendigen Wohnungsentrümpelung, ist in Wahrheit das Ergebnis von Zerstörungswut. In den seit Jahren nicht mehr genutzten Umkleide-Containern auf dem Ascheplatz des TuS Grevenbroich haben sich in der vergangenen Woche ungebetene Gäste eingenistet. Friedel Geuenich, Abteilungsleiter "Fußball", spricht von einem stadtbekannten Pärchen ohne festen Wohnsitz, das die Container offenbar als neues Obdach ausgemacht hat.

Entsorgung des Mülls ist Sache der Stadt

"Die beiden haben erst zwei, drei Tage lang auf der Tribüne im Stadion übernachtet, sind dann weitergezogen, haben die hinter Gittern verschlossenen Container aufgebrochen und mit ihren ,Renovierungsarbeiten' begonnen", sagt Geuenich. "Offenbar wollten sie es sich wohnlicher machen, sind dabei aber mit roher Gewalt vorgegangen." Für den Verein, sagt der Abteilungschef, sei die Anwesenheit das Pärchens ein echtes Problem gewesen, denn vor allem der Mann sei als aggressiv und potenziell gewalttätig bekannt. "Wir hatten noch Glück, dass sich das Ganze in der Sommerpause abgespielt hat, trotzdem treffen sich ja auch in den Ferien Kinder- und Jugendmannschaften auf dem Platz. Wir hatten Angst, dass es zu Auseinandersetzungen kommt."

Deswegen war Friedel Geuenich am Freitag beim Sportamt, um den Vorfall zu melden - und am Samstag schlussendlich auch bei der Polizei. "Ich habe für den Verein Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt - das geht, auch wenn eigentlich die Stadt Eigentümerin des Geländes ist." Zweimal, bestätigt Polizeisprecherin Diane Drawe, seien die Beamten am Samstag und Sonntag ausgerückt und hätten Platzverweise erteilt. Seither, sagt Geuenich, sei das Pärchen verschwunden. Zurückgelassen hätten sie die zerstörten, seither ungesicherten Container. "Die Entsorgung des Mülls", sagt Geuenich, "ist Sache der Stadt." Sportdezernent Michael Heesch ist nach eigenen Angaben am Mittwoch über den Vorfall informiert worden. "Die Container kommen jetzt weg", sagt er.

Er habe persönlich dafür Sorge getragen, dass die notwendigen Voraussetzungen dafür getroffen werden. Heißt: "Nachdem es jetzt eine Haushaltsstelle für diese Aktion gibt, werden die Container spätestens am Montag verschrottet." Die Kosten beziffert Heesch auf unter 2000 Euro. Zusätzlich müsse die Stadt für die Entsorgung des von den Vandalen aus den Fenstern geworfenen Hausrats aufkommen. "Die Container hätten wir ohnehin in absehbarer Zeit abbauen müssen", sagt Heesch. Sobald das Schlossstadion mit Hybrid- und Kunstrasen-Spielfeld ausgerüstet ist, wird der Ascheplatz im Bend nicht mehr benötigt.

Quelle: NGZ
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