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Grevenbroich
Rat: Beigeordnete soll vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden

Grevenbroich. Die Beigeordnete Barbara Kamp soll vorzeitig aus dem Dienst abberufen werden. Dieser Antrag wurde gestern zum Schluss des öffentlichen Teils der Ratssitzung gestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kaiser übergab Bürgermeisterin Ursula Kwasny eine Unterschriftenliste, die 40 Ratsmitglieder unterzeichnet hatten. Eine Begründung für die Forderung gab es nicht. Kamp, die seit 15 Jahren im Verwaltungsvorstand sitzt, nahm es regungslos hin. Im Juli nächsten Jahres würde ihre Amtszeit offiziell ausgelaufen.

Der Antrag wird im Rahmen der nächsten Ratssitzung im Dezember wieder aufgerufen. 40 Stimmen reichen aus, um Barbara Kamp zum Jahresende vorzeitig aus dem Dienst abzuberufen. "Die 40 Ratsmitglieder sehen das für die Zusammenarbeit notwendige Vertrauensverhältnis zu Barbara Kamp als dauerhaft gestört an", begründete Wolfgang Kaiser den Antrag gegenüber unserer Redaktion. Carl Windler (UWG) erklärte, dass die Beigeordnete gerade in Sachen Feuerwehr "keinen Funken von Sparwillen" gezeigt habe. Ihre Abwahl sei überfällig. Noch während der Sitzung postete Fraktionsvorsitzender Markus Schumacher auf Facebook, dass geklärt werden muss, welche finanziellen Auswirkungen eine Abwahl für die Stadt hätte. Würde Kamp keinen Nachteil erfahren, komme dies sogar einer Belohnung gleich, da sie früher in den Ruhestand treten könnte: "Manche würden das in dieser Situation als absoluten Sieg feiern und Schampus aufmachen." Barbara Kamp steht bereits seit Jahren in der Kritik. Ex-Bürgermeister Axel Prümm (CDU) versuchte 2008 eine Verlängerung ihrer Amtszeit zu verhindern, da er am Können der Meerbuscherin zweifelte. Weil die Juristin das Vertrauensverhältnis zum Grevenbroicher Rat gestört sah, erklärte sie im Jahr 2011, dass sie einem Abwahlverfahren nicht entgegen stehen würde.

(wilp)
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